Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen
Der Name signalisiert das besondere der VVN-BdA: Die Gleichzeitigkeit, Begegnung und Gemeinsamkeit der Generationen. Sie reicht von Frauen und Männern, die den Nazis von Anfang an widerstanden, von überlebenden Häftlingen von Auschwitz, Buchenwald und Ravensbrück, bis hin zur jüngsten Generation, die heute in der VVN-BdA mitarbeitet. Sie stehen gemeinsam für antifaschistische Kontinuität: für Lernen aus der Vergangenheit. Für die Vision einer antifaschistischen Zukunft. Für eine Welt ohne Rassismus, Nazismus und Militarismus, ohne Ausgrenzung, ohne Faschismus und Krieg.
→ Magazin der VVN-BdA für antifaschistische Politik und Kultur
In der Online-Ausgabe der Zeitschrift »antifa« können Sie alle Artikel der Print-Ausgabe kurz nach deren Erscheinen nachlesen. Sie erscheint alle zwei Monate.
20. - 27. Januar 2012 - Woche der Erinnerung - Gelsenkirchener Lichter
70. Jahrestag der "Wannsee-Konferenz" - Auf der berüchtigten "Wannseekonferenz" vom 20. Januar 1942 kamen 15 hohe Vertreter von NS-Verfolgungsbehörden und Parteidienststellen zusammen, um den bereits begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu planen und zu organisieren. Unter den Teilnehmern war auch der Gauleiter von Westfalen-Nord und Reichsstatthalter Dr. Alfred Meyer, der in Gelsenkirchen als hochrangiger Funktionär des NS-Regimes äußerst aktiv war.
Als Stellvertreter des Reichsministers Alfred Rosenberg war Meyer vom Sommer 1941 bis November 1942 verantwortlich für die drei Hauptabteilungen Politik, Verwaltung und Wirtschaft. In dieser Eigenschaft beteiligte er sich an der Ausbeutung und Plünderung der besetzten sowjetischen Gebiete, der Unterdrückung und Ermordung ihrer Bewohner, besonders der jüdischen Bevölkerung. Auf der Wannsee-Konferenz forderte Meyer, "gewisse vorbereitende Arbeiten" jeweils an Ort und Stelle durchzuführen, ohne jedoch die Bevölkerung zu beunruhigen. In einem Schreiben, datiert auf den 16. Juli 1942, schlug er vor, in der Sowjetunion gegen "jüdische Mischlinge" dieselben Maßnahmen wie gegen Juden zu treffen.
Am 27. Januar, der in vielen Ländern Europas vor dem Hintergrund der Befreiung des KZ Auschwitz als Internationaler Holocaust-Gedenktag zum Gedenken an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus begangen wird, jährt sich auch zum 70. Male das Datum des ersten und größten Deportationstransportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen in das Ghetto Riga.
Anlässlich dieser zeithistorischen Ereignisse zeigt Gelsenzentrum e.V. im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen im Rahmen der "Woche der Erinnerung" die Filme:
Nacht und Nebel
Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955, 10 Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, unter der Regie von Alain Resnais der Film "Nacht und Nebel". Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der "Endlösung". Dabei verbinden sich einprägsame Bilder mit der Musik Hanns Eislers und der künstlerischen Ausdruckskraft der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan (für die deutsche Bearbeitung), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität. Regie Alain Resnais, Frankreich 1955 (32 Min.) Deutsche Fassung. FSK: 12 Jahre
Einführung (Vortrag): Hartmut Hering
19. Januar 2012 ab 19:00 Uhr Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 28
Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.
"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte"
Der 86-jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Was Rolf Abrahamsohn erzählt, ist spannend, ist aufregend, ist unglaublich - und leider wahr. Sichtlich zerrt die Erinnerung an seinen Kräften, wenn er von den Erlebnissen in der so genannten "Reichskristallnacht" berichtet oder von der Deportation am 27. Januar 1942 aus dem "Judensammellager" auf dem Gelsenkirchener Wildenbruchplatz in das Ghetto Riga. Als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter spricht, versagt dem alten Mann beinahe die Stimme. Abrahamsohn berichtet von seinem Leidensweg, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte, wo er schließlich befreit wurde. In Marl baute sich Rolf Abrahamsohn, dem am 17. November 2011 in Recklinghausen die Auszeichnung "Vestischer Ehrenbürger" verliehen wurde, nach seiner Rückkehr ein neues Leben auf.
Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn am 27. Januar 2011 im Gauß-Gymnasium Gelsenkirchen. Eine Aufzeichnung von Jesse Krauß. (53 Min.)
26. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 28
Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.
Gedenkveranstaltung "Gelsenkirchener Lichter"
Ihren Abschluss findet die Woche der Erinnerung mit einer Gedenkveranstaltung am Internationalen Holocaust-Gedenktag, die an alle Opfer des nationalsozialistischen Terrors und an die erste Deportation jüdischer Kinder, Frauen und Männer aus Gelsenkirchen vor 70 Jahren erinnert. Der sich an das Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz anschließende Schweigegang führt über die Bahnhofstraße zum Neumarkt. Dort sind neben dem Aufstellen und Entzünden der "Gelsenkirchener Lichter" auch Redebeiträge geplant, es sprechen u.a. Roman Franz (Landesverband der Sinti und Roma NRW), Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas) und Marianne Konze (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - VVN/BdA). Der Verein Gelsenzentrum e.V. lädt herzlich ein.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.
27. Januar 2012, Beginn 18:30 Uhr Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz
Vertreter interessierter Organisationen, Schulen, Vereine oder Verbände sind herzlich zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten der "Woche der Erinnerung" aufgerufen. Infos per Email bei Gelsenzentrum e.V. - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen oder unter Telefon 0209 9994676.
Trauer um Klaus Kunold
Nur wenige Teilnehmer bei Gedenkveranstaltung
30.10.2011. Gelsenkirchen. Nur einige wenige Menschen nutzten die Chance, am Freitag Abend jüdischen Opfern des NS-Terrors ein ehrendes Andenken zu erweisen. Die örtliche Stolperstein-Initiative erinnerte zum Abschluss der diesjährigen Stolperstein-Putzaktion in der Gelsenkirchener Kolpingstrasse an die so genannte "Polenaktion" , einer großangelegten Ausweisungsaktion von Menschen aus dem deutschen Reichsgebiet, von der am 28. Oktober 1938 rund 17.000 Juden jeden Alters betroffen waren. Daruter befanden sich auch rund 80 Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen. Diese Ausweisungsaktion der Nazis war der Auftakt zur Vernichtung der europäischen Juden.
Der heute in den USA lebende Herman Neudorf ist der einzige Gelsenkirchener Jude, der von der Ausweisungsaktion noch aus eigenem Erleben berichten kann. Seine Gedanken zum 28. Oktober wurden gestern an der Kolpingstrasse von Heike Jordan, die als Projektleiterin die Stolperstein-Initiative in Gelsenkirchen ehrenamtlich betreut, verlesen.
Erinnerung wird gepflegt - Zwangsarbeiter auf dem Ostfriedhof in Hüllen
29.10.2011. Sehr schnell reagierte die Stadt Gelsenkirchen auf eine Anfrage der VVN Gelsenkirchen zum Gräberfeld für ausländische Zwangsarbeiter auf dem Ostfriedhof in Gelsenkirchen. 55 sowjetische Kriegsgefangene, 265 sowjetische Zwangsarbeiter, 39 polnische Zwangsarbeiter und 20 Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden sind dort bestattet. Inzwischen wurde das Gräberfeld wieder würdig hergerichtet.
Nach einem Ortstermin am 9. August 2011 hatte die VVN in einem Brief auf den schlechten Erhaltungs- und Pflegezustand des Gräberfeldes hingewiesen. Die Grabkissensteine befanden sich auf einer großen Rasenfläche, die einen wenig gepflegten Eindruck machte. Viele Grabsteine waren mit Moos überwachsen, so dass die Namen und Daten kaum noch lesbar waren. Ein großer Unterschied war im Vergleich zum angrenzenden Gräberfeld für Bombenopfer festzustellen. Diese Gräber waren mit einer Reihe Steinkreuze versehen, mit Efeu bepflanzt und mit Steinplatten eingefasst und machten einen gepflegten Eindruck.
Auf ihr Schreiben vom 1. September 2011 erhielt die VVN am 20. September 2011 eine Antwort. Dort heißt es, dass alle "Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" die gleiche Wertschätzung erführen, unabhängig von der Nationalität der Bestatteten. Zuletzt seien die Gräber der Zwangsarbeiter mit Efeustreifen gestaltet gewesen, die man wegen eines Pilzbefalls entfernt habe. Die zunächst angestellte Überlegung, die vorhandenen Grabkissensteine in der Rasenfläche zu belassen, wurde wieder verworfen, nachdem Maulwürfe und Kaninchen die Rasenfläche zerstört habe. Eine Gestaltung mit kleineren Staudenpflanzen sei vorgesehen, man bitte aber um Verständnis, dass die Neugestaltung einige Zeit in Anspruch nehmen werde.
Diese Neugestaltung begann jedoch weitaus schneller als erwartet. Wie man in dieser Woche bei einem Besuch auf dem Bulmker Ostfriedhof festellen konnte, waren die Grabkissensteine bereits von Moos und Schmutz gereinigt, mit Steinen eingefasst und bepflanzt worden. Text u. Fotos: Knut Maßmann.
Das Falkenheim “Fritz-Erler-Haus” in Gelsenkirchen-Hassel wurde in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2011 massiv mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen beschmiert. Ebenso wurden Autos, die in unmittelbarer Nähe parkten, durch Farbschmierereien beschädigt. Der Schaden am Gebäude wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.
In der Pressemitteilung der Polizei liest sich das Ganze so:
Graffitischmierereien an Fahrzeugen im Bereich Hassel
Bisher unbekannte Täter beschädigten in der Zeit zwischen Montagabend 20:00 Uhr und Dienstag gegen 01:00 Uhr insgesamt 14 geparkte Fahrzeuge im Bereich Flachsstraße, Rockenstraße, Am Freistuhl, Polsumer Straße im Stadtteil Hassel mit Graffitischmierereien. Mit weißer Lackfarbe sprühten sie Hakenkreuze auf Seitenscheiben und Motorhauben. Auch das Heim der Falkenjugend ( Fritz-Erler-Haus) ,Am Freistuhl 4, wurde mit schwarzer Farbe und ähnlichen Schriftzügen beschmiert. Zeugen, die im genannten Zeitraum verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten sich bei der Polizei unter der Rufnummer 0209/ 365-8502 oder -8240/Kriminalwache zu melden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
Mahntafel erinnert in Gelsenkirchen bald an NS-Wirtschaftsverbrechen
Antrag der VVN/BdA NRW hatte Erfolg
29.9.2011. Auf seiner gestrigen Sitzung beschloß der Kulturausschuß in Gelsenkirchen einstimmig die Errichtung von Mahntafeln. Die VVN/BdA NRW hatte im Rahmen der Aktion Rallye und Spurensuche „Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ im August den Antrag beim Rat der Stadt Gelsenkirchen gestellt, an adäquaten Stellen - d.h. an Stätten, an denen NS-Täter aus dem Bereich der ökonomischen Eliten wirkten - Mahntafeln zu errichten.
Der von der VVN/BdA NRW gestellte Antrag beim Rat der Stadt Gelsenkirchen:
1) An geeigneter Stelle wird in Gelsenkirchen eine Mahntafel angebracht mit einem Text, der darauf hinweist, dass in Gelsenkirchen der Großindustrielle Emil Kirdorf (1847-1938) wirkte. Er war Bergbau- und Hüttenunternehmer und hatte schon seit 1923 Kontakt zur NSDAP, wurde 1927 Mitglied dieser Partei und verschaffte Hitler viel Geld und beste Kontakte zu anderen Industriellen, die dann seinen Aufstieg und den Weg Deutschlands ins Verderben förderten. Er war einer der Hauptförderer der NSDAP. Hitler nannte ihn seinen Lebensretter, weil Kirdorf auch privat Hitler finanzierte.
2) An geeigneter Stelle wird Gelsenkirchen eine Mahntafel angebracht mit einem Text, der darauf hinweist, dass in Gelsenkirchen der Großindustrielle Fritz Thyssen (1873-1951) wirkte. Er war Leiter des Thyssen-Konzerns und der Vereinigten Stahlwerke. Er war ab 1923 finanzieller Förderer der NSDAP und öffnete ihr die Tür zur westdeutschen Schwerindustrie. Somit half er Hitler zum Aufstieg und bereitete Deutschland und Europa den Weg ins Verderben. Auch nachdem er 1939 ins Ausland ging und dann in deutsche Gefangenschaft geriet war er Profiteur an Krieg und Massensterben.
3) An geeigneter Stelle wird Gelsenkirchen eine Mahntafel angebracht mit einem Text, der darauf hinweist, dass in Gelsenkirchen der Großindustrielle Hugo Stinnes (1897-1982) wirkte. Ab 1924 übernahm er von seinem Vater den Konzern, der u.a. den Alldeutschen Verband und andere Nazi-Vorläufer förderte. Er war Kriegsgewinnler. Mit dem Nazikriegsverbrecher und NS-Putschisten Werner Best unterhielt er vor und nach 1945 umfangreiche politische und geschäftliche Kontakte. Er förderte bis zu seinem Tode Alt- und Neonazis.
Begründung:
Mit Anträgen und Aktionen wie obigen setzt die VVN-BdA ihre Rallye „Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ fort, in deren Rahmen mit örtlichen Mahnwachen, Publikationen und Bürgeranträgen zur Aufklärung über die Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945 aufgefordert wird. Sie wurden von der VVN-BdA und anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten u. a. veranstaltet in: Bielefeld (Oetker), Herten (Zwangsarbeit im Bergbau), Dortmund-Mitte (Ex-Springorum-Villa), Dortmund-Hörde (Zwangsarbeit in der Stahlindustrie), Essen (Krupp), Düsseldorf (Industrieklub), Leverkusen (IG Farben), Köln (Hitler und Banker in Villa Schröder), Kreuztal (Flick) und Siegen (Zwangsarbeit in Südwestfalen).
Keine Aussage bei der Polizei! Meldet Polizeiliche Übergriffe!
In Dortmund gab es am Wochenende nach aktuellen Zahlen 291 Festnahmen. Hunderte DemonstrantInnen wurden durch die zahlreichen Pfeffersprayeinsätze der Polizei verletzt. Viele wurden bei der Räumung von Sitzblockaden, im Kesseln, bei Festnahmen und Prügelorgien der Einsatzkräfte verletzt. Es wird deswegen in den nächsten Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit zu Vorladungen und anderen Repressalien seitens der Polizei kommen. Wir empfehlen euch zuerst Ruhe zu bewahren und einer Vorladung durch die Polizei nicht nachzugehen. Ihr müsst nur zu Vorladungen erscheinen, welche von Gericht oder Staatsanwaltschaft kommen. Jede Aussage die ihr macht kann andere Genoss*innen gefährden. Für weitere Infos zum Verhalten mit der Polizei, empfehlen wir die Broschüre “Was tun wenns brennt”.
Bitte setzt euch im Fall einer Vorladung mit uns oder einer Rote Hilfe Ortsgruppe in eurer Nähe in Verbindung. Auch wenn ihr Zeug*innen von Polizeiübergriffen geworden seid oder solche beobachtet habt, macht ein Gedächtnissprotokoll und sendet uns dieses zu. Nutzt dafür nach Möglichkeit PGP Mail oder das verschlüsselte Kontaktformular! Bitte beachtet beim verfassen des Protokolls unsere Empfehlungen dazu.
11. September 2011 - Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen
Foto: Das Mahnmal auf dem Horster Friedhof. Inschrift: "Zum Gedenken an unsere durch den Hitlerismus im Lager Gelsenberg am 11. Sept. 1944 umgek. jüd. Schwestern".
Nur wenigen Gelsenkirchenern und Gelsenkirchenerinnen ist bekannt, dass in Gelsenkirchen-Horst im so genannten “Dritten Reich” ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald existierte - das Lager Gelsenberg.
Aus dem KZ Auschwitz im Sommer 1944 nach Gelsenkirchen verschleppt, sollten 2000 Jüdinnen auf dem Hydrierwerk der Gelsenberg Benzin AG Zwangsarbeit verrichten. Untergebracht waren die weiblichen Häftlinge in einem eigens dafür errichteten Lager nördlich des Linnenbrinksweg auf dem Betriebsgelände des Werkes. In dem mit Stacheldraht umzäunten und von Wachtürmen umgebenen Lager waren die Frauen unter unmenschlichen Bedingungen in Zelten untergebracht. Bei einem Luftangriff auf das Hydrierwerk am 11. September 1944 waren die Frauen und Mädchen dem Bombenhagel schutzlos ausgesetzt - als Jüdinnen war ihnen der Zutritt zu Bunkern und Schutzräumen verboten. Etwa 250 von ihnen wurden bei dem Angriff getötet, ihre sterblichen Überreste mussten die anderen Häftlinge einsammeln, in drei Bombentrichtern wurden die Leichen und Körperteile gesammelt. Anschließend versuchte man, diese zu verbrennen, die Überreste wurden verscharrt.
Die Schwerstverletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, wo weitere der Frauen an den Verletzungsfolgen starben. Einige Tage nach dem Bombenangriff wurde das Außenlager Gelsenkirchen aufgelöst und auch die dort noch inhaftierten Frauen in das KZ Sömmerda transportiert, je nach Genesungsfortschritt wurden auch die übrigen Frauen in der Folgezeit aus den Krankenhäusern in das KZ-Außenlager Sömmerda verschleppt. Die in den Augen der Gestapo nicht transportfähigen übrigen Frauen wurden an unbekannten Orten in Gelsenkirchen erschossen und verscharrt.
1948 wurde unweit der Stelle, an der man seinerzeit die Massengräber vermutete - südlich des Linnenbrinksweg - ein Mahnmal zur Erinnerung an die bei dem Bombenangriff getöteten Frauen errichtet. Das Mahnmal wurde in den frühen 1950er Jahren vor dem Hintergrund der Werkserweiterung von Gelsenberg an den Rand des Horster Südfriedhofes verlegt, dabei sollen nach “Zeitzeugenberichten” auch sterbliche Überreste der bei dem Bombenangriff getöteten Frauen umgebettet worden sein. Dagegen spricht unter anderem auch, dass das Friedhofsamt der Stadt Gelsenkirchen 1949 in einer Stellungnahme zwar angab, dass sich im Linnenbrink zwar “drei Sammelgräber” der getöteten ungarischen Jüdinnen befinden, die genauen Orte der Sammelgräber aber nicht mehr feststellbar” sei. Es muss heute davon ausgegangen werden, dass seinerzeit - wenn überhaupt - nur ein geringer Teil der sterblicher Überreste umgebettet worden ist. Sowohl der Standort des ehemaligen Außenlagers wie auch die Fläche mit den vermuteten Massengräbern befinden sich heute auf dem Betriebsgelände der BP-Raffinerie und sind nicht öffentlich zugänglich.
Auf dem Horster Friedhof wurde am Standort des Mahnmals 2003 eine Tafel aufgestellt, auf der 140 der namentlich bekannten Opfer des Bombenangriffs verzeichnet sind. In der Erinnerungskultur Gelsenkirchens ist der Jahrestag des 11. September 1944 nicht verankert. Auch aus diesem Grunde ist es wichtig, das die Geschichte des KZ-Außenlagers in Gelsenkirchen nicht gänzlich vergessen wird - und damit auch die Geschichte der Frauen und Mädchen, die dort nur deshalb starben, weil sie Jüdinnen waren.
Quelle: Gelsenzentrum e.V. - Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen
Antikriegstag: "Frieden ist mehr als nur die Abwesenheit von Krieg"
Foto: Die VVN/BdA Gelsenkirchen erinnern an den Schwur von Buchenwald, der in useren Tagen nicht an Aktualität verloren hat
4.9.2011."... seit 5:45 wird jetzt zurückgeschossen..." - mit dieser Lüge gab Hitler am 1. September 1939 im Rundfunk "den Beginn des so genannten Septemberfeldzuges" bekannt. Tatsächlich aber entfachte Nazideutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der mehr als 55 Millionen Tote zur Folge hatte. Aus diesem Anlass fanden auch in diesem Jahr am 1. September bundesweit Gedenkfeiern und Aktionen gegen Krieg und Faschismus statt.
In Gelsenkirchen waren weit mehr als 200 friedensbewegte Menschen am Internationalen Antikriegstag dem Aufruf eines breiten Personenbündnis aus dem linken Spektrum (DIE LINKE, MLPD und AUF, Netzwerk gegen Rassismus und Rechtextremismus Gelsenkirchen, DKP, VVN, Antifa und anderen) gefolgt und nahmen an den Veranstaltungen auf dem Preuteplatz teil. Mit Rede- und Kulturbeiträgen machte das Bündnis auf sein Anliegen aufmerksam: Abzug aller deutscher Soldaten aus dem Ausland, Senkung der Rüstungsausgaben und die Forderung nach einem Verbot aller neofaschistischen Organisationen und deren Propaganda.
Foto: Die seit 1945 weltweit geführten mehr als 100 Kriege wurden von TeilnehmerInnen der LINKEN mit Holzkreuzen in mit Sand gefüllten Bechern symbolisch dargestellt.
Gemeinsam gingen die TeilnehmerInnen anschließend in einem Demonstrationszug zum Mahnmal im Stadtgarten. Dort fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg und Faschismus statt. Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer i.R., hielt eine bewegende Ansprache. Mit dem Niederlegen von Blumen fand die Veranstaltung ihren Abschluss.
Die Ansprache von Pfarrer Heinrich:
Wir stehen hier am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Faschismus. Wir stehen hier gegen das Vergessen, denn die Erinnerung ist die Kraft der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens. Starke Arme hat die Erinnerung. Wer sich an Unrecht und Gewalt erinnert, wer nicht vergisst, der spürt, dass die Opfer schmerzhaft gegenwärtig sind. Wer sich erinnert, der kann aus dem, was geschehen ist, lernen. Erinnerung aber ist kein Heilmittel an sich, sie kann belasten und entlasten, sie kann verharmlosen und verschweigen, sie kann versklaven und befreien. Erinnerung kann heilen, sie kann zur Kraft der Versöhnung werden, ohne Unrecht zu vergessen und ohne neues Leiden zu produzieren. „Erinnern, das ist vielleicht die qualvollste Art des Vergessens und vielleicht die freundlichste Art der Linderung dieser Qual“, sagt Erich Fried.
„Zerstampft des Unrechts Drachensaat. Zerstört den Hass von Staat zu Staat. Versenkt die Waffen in Gewässern.“ heißt es im Gedicht in der Mitte des Denkmals. Wer sich an die Opfer von Unrecht und Krieg erinnert, der wird ermutigt, aufzustehen und zu kämpfen für Frieden, Abrüstung und Demokratie.
Wir gedenken der Opfer, sie sind gegenwärtig. Das Wort „Opfer“ verallgemeinert, was nicht zu verallgemeinern ist. Denn hinter dem Wort „Opfer“ stehen einmalige Menschen, deren Würde missachtet wurde, weil ihnen das Recht auf den eigenen Tod genommen wurde. Hinter dem Wort „Opfer“ tauchen Namen, Gesichter, Lebensgeschichten, Träume und Sehnsüchte von Menschen auf. Jeden dieser Menschen gab es nur ein einziges Mal auf dieser Erde. Jeder Mensch, jedes Leben ist ein Heiligtum, der Tempel Gottes.
Wie wertvoll, wie schützenswert ist dieses einmalige Leben! Die Opfer sind gegenwärtig. In der Stille denken wir an sie.
Die Opfer mahnen uns: Kein Mensch sollte auf den Wegen seines Lebens geopfert werden oder zum Opfer verführt werden: nicht für das Vaterland, nicht für die Arbeit, nicht für den technischen Fortschritt, nicht für die Religion oder wie die Götter und Götzen einer Zeit nur heißen mögen. Und doch auch hier gilt, dass das Leben vielfältiger und komplizierter ist, als ich es haben möchte: Es gibt Menschen, die aus Liebe und Solidarität eigene Lebensziele aus freier Entscheidung aufgeben.
Es gibt Menschen, die aus Nähe und Liebe zu anderen Menschen ihr Leben opfern, wie der Kinderarzt Janusz Korczak, der 1942 mit seinen jüdischen Waisenkindern freiwillig in das Konzentrationslager Treblimka, in die Gaskammer und in den Tod ging. Und doch gilt zugleich: Kein Mensch sollte auf den Wegen seines Lebens geopfert werden. Menschen aber werden nachwievor tagtäglich zu Opfern: Sie werden geopfert aus politischen, wirtschaftlichen und religiösen Machtinteressen.
Weltweit werden Menschen zum Töten und Getötet werden auf die Jagd geschickt um des Geldes und der Vermehrung des Geldes willen. Das deutsche Wort Geld bedeutet von seiner Herkunft her Opfer. Die Wurzel allen Übels, aller Kriege und Gewalttaten ist die Habgier und Profitgier heißt es in der Bibel, weil sie die Beziehungen der Menschen untereinander zerstört, indem andere ausgenutzt und ausgebeutet werden, anstatt solidarisch zu teilen. Der persönlichen Habgier entspricht die Struktur einer Gesellschaft, die in der die Steigerung der Profitrate ihr einziges Ziel und ihren Sinn sieht. Frieden und soziale Gerechtigkeit aber gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille.
Wir stehen hier an einem Mahnmal. Wir selbst, jede und jeder von uns ist ein lebendiges Mahnmal. Es liegt auch an uns, was aus dieser Welt wird. Wir sind nicht hilflos dem ausgeliefert, was in unserer Gesellschaft geschieht. Wir können der Opfer gedenken und dazu beitragen, neue Opfer zu verhindern. Wir können ungerechte wirtschaftliche Strukturen verwandeln, denn Wirtschaftssysteme und Strukturen existieren nicht durch sich selbst, sie brauchen Menschen, die sie aktiv betreiben. Eine Welt ohne Armut, Krieg und Gewalt ist nicht nur möglich, sie ist notwendig, um Not zu wenden und Opfer zu verhindern. Wenn wir das versuchen, dann halten wir den Glauben daran wach, dass nicht die gewalttätigen Sieger der Geschichte, sondern ihre Opfer Zukunft haben sollten!
Wir werden gleich an diesem Mahnmal Blumen niederlegen. Nicht um mit Blumen das Leiden der Opfer zu verdecken, nicht um zu verharmlosen, zu verschweigen oder zu verdrängen, sondern, um zu zeigen, dass das Leben siegt, um der Opfer zu gedenken und unsere Widerstandskräfte zu stärken gegen Unrecht und Leid.
Ich schließe mit einem leicht veränderten Text von Scholem Ben Chorin, den er 1942 schrieb:
„Freunde, dass die Blume wieder blüht, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.
Dass das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.
Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg, leicht im Winde weht.
Freunde, dass die Blume sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.“
Friedensbewegter eröffnet Sammlung für Patenschaft
Auf der Veranstaltung zum Antikriegstag in Gelsenkirchen eröffnete Andreas Löbert mit der ersten Spende eine Sammel-Patenschaft für einen Stolperstein. Beteiligt euch, so sind die 120 Euro für den Stolperstein schnell zusammen!
Quelle: NRR - Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Metropole Ruhr / Gelsenkirchen
1. September - Internationaler Antikriegstag in Gelsenkirchen
15.8.2011. Anlässlich des Antikriegstages lädt die Gelsenkirchener Friedensbewegung herzlich ein, am 1. September gemeinsam zu diskutieren und zu demonstrieren:
17.15 Uhr Informationen und Aktionen gegen Krieg (Preuteplatz/Bahnhofstraße)
17.30 Uhr Kundgebung auf dem Preuteplatz
18.30 Uhr Demonstration zum Mahnmal für die Opfer des Hitler-Faschismus im Gelsenkirchener Stadtgarten
19.00 Uhr Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Faschismus mit anschließender Blumenniederlegung
Zur Information über und Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Dortmund am 3. September 2011 wird auch die VVN/BdA Gelsenkirchen am 1. September zwischen 17 und 19 Uhr mit einem Infostand auf der Gelsenkirchener Bahnhofstrasse/Höhe Sellhorststrasse bzw. Preuteplatz vertreten sein.
Kleine Gedenkveranstaltung für Fritz Rahkob Kein Vergeben, kein Vergessen
Am 24. August 1944 wurde Fritz Rahkob durch Nazi-Schergen umgebracht. Der Vorwurf gegen den Antifaschisten war der des Hochverrates, tatsächlich ein konsequenter Kampf gegen Nazi-Deutschland.
An ihn wollen wir am 24. August 2011 um 18 Uhr auf dem Fritz Rahkob Platz erinnern. Sein damaliger "Hochverrat" ist uns heute Vorbild und mahnt an seinen Kampf gegen Faschismus und Krieg.
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) Gelsenkirchen lädt alle Menschen herzlich zu diesem Gedenken und zur Niederlegung von Blumen ein.
FaschistInnen sind von dieser Veranstaltung ausgeschlossen.
Foto: Knut Maßmann
Messerstecher von Gelsenkirchen ein Neonazi?
Angriff auf Polizisten möglicherweise politisch motiviert
12.8.2011 Der 21jährige Messerstecher aus Gelsenkirchen, der im Ortsteil Bulmke-Hüllen in der Nacht zum Dienstag zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und beide mit einer Messerattacke lebensgefährlich verletzt hat, soll rechtsradikal sein. So prahlte der Täter in der Vergangenheit damit, Mitglied der NPD zu sein. Die Essener Staatsanwaltschaft wollte das bisher weder ausschließen noch bestätigen. In der weiteren Umgebung des Tatortes war es letzter Zeit vermehrt zu Nazi-Schmierereien und Aufkleber-Propaganda der NPD, der AN Lünen und der Nederlands Volksunion gekommen.
Erinnerung braucht Pflege - Ortstermin auf dem Ostfriedhof in Hüllen
10.8.2011. Gestern besuchten MitgliederInnen der VVN/BdA Gelsenkirchen ein Gräberfeld auf dem Ostfriedhof. Nachdem Ursula Möllenberg auf den schlechten Pflegezustand des Feldes hingewiesen hatte, wollten sich die TeilnehmerInnen bei der Begehung ein Bild davon machen.
Auf diesem Gräberfeld wurden nach Gelsenkirchen verschleppte Zwangsarbeiter bestattet, die hier zwischen 1941-1945 durch Gewalt, Hunger und Krankheit zu Tode gekommen sind. Auf dem Gräberfeld wurden 55 sowjetische Kriegsgefangene und 324 Zwangsarbeiter bestattet: 265 aus der Sowjetunion, 39 aus Polen und 20 aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden.
Der vorgefundene schlechte Pflegezustand des Gräberfeldes hat die TeilnehmerInnen betroffen gemacht. Die Gedenksteine sind teilweise mit Moos und Flechten bewachsen, so dass Inschriften kaum noch bzw. garnicht lesbar sind. Grasflächen zwischen den Steinen sind abgestorben. Von einem einen würdigen Zustand kann wahrlich keine Rede sein. Den Opfern von Verschleppung und Zwangsarbeit im zweiten Weltkrieg steht es zu, dass ihre Gräber in gleicher Weise wie die aller anderen Kriegstoten gepflegt werden. Foto: Knut Massmann. → Fotostrecke
Stolpersteine werden verlegt
5.8.2011. Die Projektgruppe Stolpersteine Gelenkirchen lädt ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt: Im Bahnwinkel 10 für Robert Mäusert gegen 11:00 Uhr, an der Polsumer Strasse 158 für Astrid "Iri" Steiner gegen 11:20 Uhr, an der Königsgrätzerstrasse für Wilhelm Gorny gegen 11:40 Uhr und an der Essener Strasse 71 für Andreas Schillack jun. 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.
Neue Stolpersteine in Gelsenkirchen
2.8.2011. Weitere 18 Stolpersteine verlegte Gunter Demnig am Montag in Gelsenkirchen. Die kleinen Gedenksteine, flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen, künden schweigend vom Terror des NS-Regimes, von Rassenwahn und Völkermord. Sie geben den Menschen, die von den Nazis zu Nummern und Aktenzeichen degradiert wurden, mit einer individuell beschrifteten Messingplatte ihre Namen zurück. Und zwar genau dort, wo die Menschen einst zu Hause waren - vor den Türen der Wohnhäuser. Dort funktioniert Verdrängung nicht länger. → Artikel lesen
VVN/BdA Gelsenkirchen übernimmt Patenschaft für Stolperstein
19.7.2011. Gunter Demnig, geistiger Vater des Stolperstein-Projektes, wird am 1. August 2011 in Gelsenkirchen 18 Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer verlegen, darunter auch zwei Stolpersteine für Erich Lange.
Der Widerständler Erich Lange wurde von den Nazis 1933 auf offener Strasse erschossen. An seiner letzten Wohnanschrift an der Schwanenstrasse 6 wird der Stolperstein gegen 14:15 Uhr verlegt. Am Rundhöfchen, dem Ort des Mordes, wird um ca. 14:30 Uhr Lothar Wickermann bei der Verlegung des zweiten Stolpersteins für Erich Lange - die Patenschaft für diesen STOLPERSTEIN hat die Gelsenkirchener Gruppe der VVN/BdA übernommen - an die zeithistorischen Hintergründe der Bluttat erinnern. Erich Lange wurde an der Litzmannstrasse/Kreuzstrasse, heute Ebertstrasse/Am Rundhöfchen von SS-Leuten in der Nacht vom 21. auf den 22. März 1933 ermordet.
Der frühere Gelsenkirchener Rechtsdezernent Wilhelm Mensing fand vor einiger Zeit auf einem Flohmarkt in Chemnitz einen Aufruf an "Werktätigen von Hassel". In dem Flugblatt werden diese zur "Öffentlichen Vollversammlung des Kampfbundes gegen den Faschismus" eingeladen. Als Redner wird der "zur roten Front übergetretene SS-Mann Erich Lange" angekündigt.
Erich Lange, geboren am 16.3.1913, war zunächst bis zum Sommer 1932 Mitglied der so genannten Schutzstaffel [1] der NSDAP. Lange stellte sich noch vor der Machtübergabe gegen die Nationalsozialisten. Frühzeitig wurde er Mitglied der KPD und des "Kampfbundes gegen den Faschismus". Die Nazis sahen darin einen "Verrat an der nationalen Sache" und ermordeten Erich Lange. Der Mord war ein Racheakt und Machtdemonstration, er geschah nach dem Fackelzug, der von der NSDAP als Siegeszug für den Wahlsieg bei den Stadtparlamentswahlen am 12. März 1933 veranstaltet worden war.
Der Antifaschist Erich Lange wurde auf dem Westfriedhof in Hessler beerdigt. Trotz des Terrors, den die SA und SS im Zuge der Beisetzung veranstaltete - so standen die Nazi-Schergen während des Trauerzuges Spalier - begleiteten etwa 200 Menschen den Sarg von Erich Lange, um so ihre Verbundenheit mit einem der ersten Naziopfer in Gelsenkirchen zu zeigen. Im Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen finden sich keine Quellen und Dokumente zu der Person oder dem Schicksal von Erich Lange.
Abschrift aus einem Bericht der Zeitzeugin Rosa Eck († 2006):
"Einer meiner Freunde, Erich Lange der bis 1932 Mitglied der SS war, ist in der Nacht erschlagen, erschossen und zertreten worden. Wenn ich das so sage, dann klingt es vielleicht ein bischen hoch, aber es ist die Wahrheit. Es ist der einzige Tote, den wir noch sehen konnten. Er hatte auf der Wange den Abdruck eines SS-Stiefels und dadurch ist er noch getreten worden, als er schon tot war. Als Erich Lange beerdigt wurde, sprach ein Pastor auf dem Weg zum Heßler Friedhof. Dort standen Hunderte von SA-Leuten, wir sind trotzdem zum Grab gegangen und vom Pastor die Abschiedsworte waren: Jesus ist für die Menschheit gestorben, dieser Mann er starb für euch. Später haben wir oft das Grab von Erich Lange besucht, leider hört man heute nichts mehr davon." Die aktive Antifaschistin Rosa Eck wäre in diesem Jahr 95 Jahre alt geworden, wir werden bei der Stolperstein-Verlegung ihrer gedenken.
[1] "Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4. April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten." - Vgl.: wikipedia/Schutzstaffel
Die genannten Uhrzeiten sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.
15.6.2011:
1941-2011 Gedenkakt auf dem Horster Friedhof
Am 22. Juni 2011 jährt sich der deutsche Überfall auf die Sowjetunion zum 70. Mal. Dieser Krieg war von Beginn an ein ideologischer Vernichtungskrieg, dem in der Summe annähernd 28 Millionen Menschen aus der Sowjetunion zum Opfer fielen, darunter 14 Millionen Zivilisten. Millionen Menschen mussten in den besetzten Gebieten der Sowjetunion und auf dem Gebiet des "Dritten Reichs" Zwangsarbeit zur Unterstützung der deutschen Kriegsführung leisten.
Die deutschen Besatzer verschleppten aus der Sowjetunion zwischen 1941 und 1945 fast fünf Millionen Männer, Frauen und Kinder zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich. Zu den sowjetischen Zwangsarbeitern im Deutschen Reich zählten nicht nur zivile sogenannte "Ostarbeiter", sondern auch fast zwei Millionen Kriegsgefangene und mehrere Hunderttausend KZ-Häftlinge, die in Rüstungsbetrieben, in öffentlichen Einrichtungen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, auf Baustellen und auch in Privathaushalten Zwangsarbeit leisten mussten. In der NS-Rassenhierarchie standen die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion am unteren Ende und wurden von ihren deutschen Arbeitgebern entsprechend schlecht behandelt. Die Zwangsarbeit im Dritten Reich war kein Geheimnis, sie war ein allgemein bekanntes, öffentliches Verbrechen.
Durch die unmenschlich harte Arbeit, Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Schikane, Folter, Mord oder Selbstmord starben viele der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, so auch in Gelsenkirchen. Kriegsereignisse wie die sich seit Sommer 1944 häufenden Luftangriffe auf Industrieanlagen führten ebenfalls zum Tod vieler Menschen. Das Verbot für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, bei Bombenangriffen in Bunkern Schutz zu suchen, setzte viele von ihnen dem sicheren Tod aus. Schon während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Horster Friedhof auch Gräberfelder angelegt, auf denen ausschließlich sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene beerdigt wurden. Seit der frühen Nachkriegszeit steht ein quaderförmiger Gedenkstein mit kyrillischer Inschrift auf dem Gräberfeld, wo 884 in Gelsenkirchen umgekommene Sowjetbürger beigesetzt sind.
Vor diesem zeithistorischen Hintergrund findet am 22. Juni ab 18:00 Uhr ein Gedenkakt auf dem Horster Friedhof statt, zu dem auch Herr Oberbürgermeister Baranowski und Vertreter der Stadt eingeladen sind. An dem Gedenkakt nehmen diplomatische Vertreter der Republik Belorus, Frau Konsulin Anzhela Volodina und Herrn Konsul Pavel Evseenko sowie als diplomatische Vertreter der Ukraine Herr Attache Vitalii Remele und Herr Vitalii Gopanchuk teil. Herr Wolfgang Held vertritt den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. . Herr Pfarrer Wiktor Alexejew wird als Vertreter der Russisch-Orthodoxen Gemeinde Essen ein Gebet für die Toten sprechen.
Gemeinsam werden wir den Menschen, die 1941-1945 aus der Sowjetunion als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und hier in Gelsenkirchen an den Folgen von Gewalt, Hunger und Krankheit gestorben sind, ein ehrendes Andenken erweisen. Zu diesem Gedenkakt sind die Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens - insbesondere auch Schulklassen - und die Vertreter der Presse herzlich eingeladen. Es wird um Blumen- und Kranzspenden gebeten. Info: Gelsenzentrum e.V., Telefon: 0209/9994676
Quelle: Presse- und Medienmitteilung des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum Nr. 10/2011. Gelsenkirchen, 14.6.2011, 10:30 Uhr
9.5.2011:
1941-2011 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 überfiel das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion. An diesem Tag begann ein verbrecherischer Vernichtungskrieg, in dessen Folge 27 Millionen Menschen starben und der den Überlebenden Leid zufügte, das sie nie vergessen konnten. Aus diesem Anlass will der zivilgesellschaftliche Verein Gelsenzentrum in Gelsenkirchen am 70. Jahrestag des Überfalls den Menschen, die 1941-1945 aus der Sowjetunion als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und in Gelsenkirchen an den Folgen von Gewalt, Hunger und Krankheit gestorben sind, mit einem Gedenkakt am Gedenkstein in Gelsenkirchen-Horst ein ehrendes Andenken erweisen.
"Ein Arbeitskreis beschäftigt sich derzeit mit der Vorbereitung und Planung einer Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2011 zum 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion. Wir wollen am Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion in Gelsenkirchen an das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg auch den Angehörigen der Völker der ehemaligen Sowjetunion zugefügt haben, erinnern und der Kriegstoten gedenken. Lokale zeithistorische Ereignisse sollen mit in die Gedenkveranstaltung einbezogen werden", so ein Sprecher des gemeinnützigen Vereins.
15.4.2011:
Kundgebung/Mahnwache am 8. Mai 2011 in Gelsenkirchen 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus
Der 8. Mai 1945 markiert die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und das Ende des von Deutschland entfachten Weltkrieges, der über 55 Millionen Menschenleben kostete. Dieser 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Rassen- und Vernichtungswahn entkommen konnten. Dieser Tag soll jedoch nicht allein Anlass zum Gedenken an die unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sein.
Dieser Tag soll auch Anlass sein, all denjenigen zu danken, die mithalfen, die Befreiung von der NS-Herrschaft durchzusetzen. Dank den Angehörigen der Roten Armee, den West-Alliierten, ihren Verbündeten und den WiderständlerInnen überall in Europa.
Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 soll uns darüber hinaus anregen, uns aktiv im Kampf gegen alte und neue Nazis und andere Geschichtsrevisionisten zu engagieren, die auch in diesem Jahr am 8. Mai in den verschiedensten Orten Deutschlands aufmarschieren, ihre dumpfen Parolen grölen und die Geschichte zu ihren Zwecken umdeuten wollen. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus darf sich nicht darauf beschränken, in hektischen Aktionismus zu verfallen, wenn die Rechtsradikalen der Republik gerade wieder einmal auf der Nase herumtanzen; sie muss als tägliche Aufgabe gesehen werden, auch wenn das nicht immer einen medienwirksamen Auftritt verspricht.
Kundgebung/Mahnwache zur Erinnerung an die Befreiung von Krieg und Faschismus
8. Mai 2011 von 14:30-15:30 Uhr auf dem Neumarkt, Gelsenkirchen-City
Wehret den Anfängen - Aktiv gegen Menschenverachtung und Rassismus
Demokratisch gesinnte Menschen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen sind zur Teilnahme eingeladen!
Die Veranstaltung wird unterstützt von Gelsenzentrum e.V., Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen, Runder Tisch gegen Rechts Gelsenkirchen, Jüdischer Kulturverein KINOR, Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland e.V.und vom VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimmes/Bund der AntifaschistInnen) Gelsenkirchen
14.4.2011:
"PRO NRW" unter der Lupe
Am 15. April veranstaltet die VVN-BDA Gelsenkirchen im DGB Haus der Jugend um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema "PRO NRW und die sogenannten Rechtspopulisten". ReferentInnen vom Antirassistisches Bildungsforum Rheinland werden den Abend mit einem informativen Vortrag und einer anschließende Debatte gestalten. Inhaltlich wird es um das relativ neue Phänomen des Rechtspopulismus gehen, in NRW besser bekannt unter dem Namen "PRO NRW". "Diese rechte Kleinstpartei, mit den Wurzeln in Köln, versucht als Bindeglied zwischen den offen militanten Rechtsradikalen und dem rechten Rand der Gesellschaft zu fungieren. In Gelsenkirchen sitzen seit 2009 neben Kevin G. Hauer noch 2 Mitglieder im Stadtrat für "PRO NRW". Diese so genannte Partei missbraucht das Schloß Horst immer wieder für ihre Veranstaltungen. Es ist nun Zeit über ihre Machenschaften ausführlich zu informieren!" so Paul M. Erzkamp, ein Sprecher der VVN-BDA Gelsenkirchen.
Der Eintritt ist kostenlos und alle Menschen sind herzlich willkommen. FaschistInnen und explizit Mitglieder rechter Gruppierungen sind ausdrücklich nicht willkommen.
von vvn-bda 8.4.2011:
Vereinigung der Verfolgten des Nazisregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) will nach Bundeskongreß in Berlin stärkeres Gewicht auf antirassistische Arbeit legen
Gespräch mit Cornelia Kerth - Cornelia Kerth ist Bundesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Interview: Markus Bernhardt
Frage: Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) hat am letzten Wochenende ihren Bundeskongreß in Berlin abgehalten. Welche Themen haben die Tagung dominiert?
Wir sind eine Organisation im Umbruch. Nur noch wenige Überlebende können als Zeitzeugen über Verfolgung und Widerstand gegen das Naziregime sprechen. Wir müssen nun als »Zeugen der Zeugen« ihr politisches Erbe weiter tragen und es in die gesellschaftliche Auseinandersetzung um Erinnerung und Erinnerungspolitik einbringen. Das betrifft die künftige Rolle und Gestaltung der Gedenkstätten, aber auch, welche Inhalte und Aussagen zum Beispiel in den Schulen vermittelt werden.
Unser zweiter Schwerpunkt ist quasi naturgemäß der Kampf gegen Neofaschismus, seine Tolerierung und politische Entwicklungen und Diskurse, an die er anknüpfen kann. Wir werden weiter dafür einstehen, daß Neonazis aus den Köpfen und Parlamenten und von den Straßen verschwinden!
Frage: Sie haben auf dem Kongreß ein Impulsreferat zum Thema Rassismus und Islamfeindlichkeit gehalten und eine Kampagne der VVN-BdA gegen Islamophobie angekündigt. Gibt es diesbezüglich bereits konkrete Planungen?
Unsere Kräfte sind begrenzt, und so haben wir uns in den letzten Jahren stark auf unsere »no npd«-Kampagnen konzentriert. Das war auch richtig. Wir müssen nun aber dieser »ideologischen Brücke« zwischen faschistischer Ideologie und – wie die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung vom letzten Herbst belegt – der gesellschaftlichen Mitte mehr Kraft widmen. Und es geht immer auch um ganz praktische Solidarität mit den von rassistischer Ausgrenzung, Stigmatisierung, Abschiebung betroffenen Menschen. Wir wollen in erster Linie wieder aktiver in antirassistischen Bündnissen mitarbeiten.
Frage: Sowohl Sie als auch Heinrich Fink wurden mit breiter Mehrheit der Delegiertenstimmen als Bundesvorsitzende der VVN-BdA wiedergewählt. Was werden Ihre persönlichen Arbeitsschwerpunkte in den kommenden Monaten sein?
Zunächst müssen wir dafür sorgen, daß die Umsetzung unserer Beschlüsse organisatorisch eingeleitet wird. Das gehört in einer nahezu ausschließlich ehrenamtlichen Organisation zu unseren wichtigsten Aufgaben. Mein persönlicher Schwerpunkt wird sicher unser Beitrag zur Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie sein.
Frage: Vor welchen politischen Herausforderungen steht Ihr Verband in Zeiten zunehmender Militarisierung und dem Abbau von Grund- und Freiheitsrechten?
Diese Herausforderungen sind immens. Zum Glück gibt es eine gut vernetzte Friedensbewegung, zu der wir gehören und in die wir uns nach Kräften einbringen. Dem »Werben fürs Morden und Sterben«, wie es in einem unserer Beschlüsse formuliert ist, das bis in die Schulen hineinschwappt, müssen wir immer wieder die historische Wahrheit über die Verbrechen der Wehrmacht und die unsäglichen Kontinuitätslinien entgegenhalten. Diese ist aktuell zum Beispiel in der deutschen Klage gegen Entschädigungsverpflichtungen gegenüber den Opfern von Distomo und anderen in Den Haag sichtbar.
Wir sind froh, daß es sehr verdienstvolle Organisationen gibt, die sich besonders der Bewahrung der Grund- und Freiheitsrechte widmen. Mit einigen von ihnen sind wir traditionell verbunden. Gemeinsame Themen gibt es leider mehr als genug, ein besonderes Anliegen ist uns, mit der Kriminalisierung von Antifaschisten, die sich Nazis wirksam in den Weg stellen, Schluß zu machen.
Solange ihre Aufmärsche nicht verboten sind, gilt: Blockieren ist unser Recht!
31. März 2011:
4. April 2011: Kundgebung gegen die rechtspopulistische "Pro NRW"
Mit ihrer als “Deutsch-Israelischen Konferenz” bezeichneten Veranstaltung am 4. April 2011 im Schloss Horst zu Gelsenkirchen schürt die ultrareaktionäre "Pro NRW" weiter Vorbehalte gegen Muslime. “Pro NRW” bewegt sich dabei hart an der Grenze zur Volksverhetzung und versucht erneut, Deutsche und Migranten zu spalten. Wir fordern von der Stadt Gelsenkirchen bzw. vom Polizeipräsidenten das Verbot der Veranstaltung von "Pro NRW".
Kundgebung gegen "Pro NRW" in Gelsenkirchen
Montag, 4. April 2011 von 16:30 bis 17:30 Uhr. Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst
Für ein Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!
Diese Kundgebung wird bisher unterstützt von: Monika Gärtner-Engel (Stadträtin, AUF Gelsenkirchen), Andreas Jordan (Gelsenzentrum), Willi Mast (AUF Gelsenkirchen), Toni Lenz (MLPD Gelsenkirchen), Leon Bauer (REBELL Gelsenkirchen), Gerd Buckler (IGBCE), Günter Wagner (Arzt) und anderen.
31. März 2011:
Ostermarsch Ruhr/Gelsenkirchen 2011
Samstag, 23.04.2011
Gelsenkirchen:
O-Ton Friedenston Festival - mit Crash Casino, dem Faulenza und ...
16 Uhr, Musikpavillon im Stadtgarten
VA: Friedensforum Gelsenkirchen [im Rahmen des Ostermarsches Ruhr 2011]
Kontakt: Friedensforum Gelsenkirchen, Leo Kowald, Klapheckhof 2, 45883 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/490512
E-Mail: kontakt(at)friedenston(Punkt)de
Internet: http://www.friedenston.de
Sonntag, 24.04.2011
Essen/Bochum:
Ostermarsch Ruhr 2011 - Ostern auf die Straße! Für Frieden und eine gerechte Weltordnung, gegen Krieg"
2. Tag (Fahrradetappe), Auftakt: 10 Uhr, Willy Brandt Platz (ggü Hauptbahnhof)
Redner: N.N. (Essener Friedensforum);
Zwischenkundgebung: 11.30 Uhr, Gelsenkirchen, Stadtgarten,
Kranzniederlegung und Gedenken an die Opfer von Krieg und Faschismus;
Zwischenkundgebung: 14 Uhr, Herne Kreuzkirche, Bahnhofstr., Rednerin: Edith Grams;
Tagesabschluß: 16 Uhr, Bo-Langendreer, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg
Redner: Prof.em. Jürgen Link (Uni Dortmund) mit Diskussion,
VA: Ostermarschkomitee Ruhr
Kontakt: Ostermarschkomitee Rhein-Ruhr, Felix Oekentorp,
E-Mail: post(at)felix-o(Punkt)de
Internet: http://www.ostermarsch-ruhr.de
13. März 2011:
Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Gelsenkirchen:
Wir haben Flagge gezeigt!
Auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst versammelten sich am Sonntagvormittag rund hundert Menschen, um gemeinsam gegen die rechtspopulistische "Pro NRW" zu protestieren. Der Verein GELSENZENTRUM hatte in Aktionseinheit mit AUF zu der Protestkundgebung aufgerufen. Hintergrund war der von den Rechtspopulisten vollmundig "konmmunalpolitische Jahresrückblick" genannte Empfang des Gelsenkirchener Ablegers von "Pro NRW" im Schloss Horst.
Neben Redebeiträgen von Menschen aus verschiedenen politschen Spektren und musikalischen Darbietungen wurde vom "offenen Mikrofon" seitens der KundgebungsteilnehmerInnen rege Gebrauch gemacht. Auch die Gesamtschule Horst war mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern erschienen und meldete sich zu Wort. Vertreter von SPD, CDU, der Linken oder den Grünen suchte man auf der Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus jedoch vergebens.
Andreas Jordan (Gemeinnütziger Verein GELSENZENTRUM) als Veranstalter der Kundgebung zeigte sich zufrieden: "Wir haben unseren Protest gegen die im Schloss Horst tagende rechtspopulistische Kleinpartei "Pro NRW" unüberhörbar artikuliert, ohne die Veranstaltung der selbsternannten "Bürgerbewegung" unnötig aufzuwerten. Die (nichtöffentliche) Veranstaltung der Rechtspopulisten sollte jedoch nicht gänzlich unbeachtet stattfinden, Rechtspopulismus darf nicht selbstverständlicher Alltag werden".
Flagge zeigen: Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus
Unter diesem Motto findet am 13. März 2011 von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst in Gelsenkirchen eine Kundgebung statt.
GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Rechtspopulismus, Alltagsrassismus und Rechtsextremismus: Für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen unabhängig von konstruierten Merkmalen wie Herkunft, Religion, sozialem Status oder der Lebensweise! Wir sind solidarisch mit allen Einzelpersonen und Gruppierungen, die mit uns dieses Ziel teilen und laden alle Interessierten zur Mitarbeit und Teilnahme ein.
Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus haben Konjunktur in Deutschland. Nationalistische und rassistische Positionen sind in der Gesellschaft keine Ausnahmeerscheinung oder ein allzu gern beschworenes Phänomen, begrenzt nur auf die extremen Rechten, sondern treffen auch in der selbst ernannten "Mitte" der Gesellschaft ständig mehr und mehr auf Zustimmung.
Die zunehmende Verbreitung einer Denkkultur, die sozialdarwinistische Rechnungen anstellt und nach Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme sucht, stellt eine wichtige Herausforderung für uns alle dar - Flagge zeigen gegen den zunehmenden Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus!
Filmvorführung in der 'flora' aus Anlass des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar
Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ von Ilona Ziok
Verfolger der Judenmörder und demokratischer Aufklärer
Er verfolgte die Verdrängung: Der hessische Staatsanwalt Fritz Bauer, der Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse war, steht im Zentrum von Ilona Zioks spannendem Dokumentarfilm. Der Film wirft auch die Frage nach dem angeblichen Freitod Bauers neu auf. Im Jahre 1960 übermittelte er dem israelischen Geheimdienst Mossad den entscheidenden Hinweis zum Aufenthaltsort Adolf Eichmanns – und behielt die Heldentat für sich. Sein Misstrauen in die Strukturen der deutschen Justiz hatte ihn davon abgehalten, selbst die Auslieferung zu beantragen. „Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“ –Fritz Bauers Diktum ist heute so aktuell wie damals. Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ wird auf Vorschlag der DKP und der VVN anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Gelsenkirchen gezeigt.
Zeit: 02.02.2011, 19:30 Uhr
Ort: Kulturzentrum „die flora“, Florastraße 26
Wir hoffen sehr auf Interesse an diesem mutigen Juristen und unerschrockenem Demokraten und wünschen uns, dass durch rege Teilnahme an diesem Filmabend das Andenken an Fritz Bauer auch in Gelsenkirchen geehrt wird.
15. Januar 2011:
Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2011: “Gelsenkirchener Lichter” erinnern an NS-Opfer
Zur Teilnahme an eine besondere Form der Ehrung und des stillen Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger jeden Alters auf. Ein Licht anzünden - ein Zeichen setzen: Am 27. Januar 2011 sollen im Herzen unserer Stadt Kerzen zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes leuchten. Die “Gelsenkirchener Lichter” sollen zwischen 17-19 Uhr auf dem Neumarkt Höhe Bahnhofstrasse entzündet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.
Auch Obdachlose haben Namen - Demonstration gegen rechte Gewalt und Obdachlosendiskriminierung in Velbert
Demonstration im Gedenken an den von Neonazis in Velbert ermordeten Obdachlosen Horst Pulter
05. Februar 2011, 14:00 Uhr in Velbert, Willy-Brandt-Platz
Am 05. Februar 2011 jährt sich zum 16. Mal der Todestag des Velberter Obdachlosen Horst Pulter. Dieser Mord war der Gipfel rechtsextremistischer Straftaten in Velbert. Am Sonntag, den 05.02.1995 wurde der 65-jährige Obdachlose Horst Pulter im Velberter Herminghauspark von sieben Neonazis zunächst als "Penner" und "Scheißjude" verhöhnt und dann ermordet. Die Täter quälten Horst Pulter mit Tritten und Schlägen, dann stach der damals 22-jährige Haupttäter zu.
In den Wohnungen der Täter werden Fotos mit Hakenkreuzen und Hitlergruß gefunden. Vor Gericht geben sie an, dass sie "nur Penner klatschen" wollten. Dies wollen wir so nicht stehen lassen. Wir müssen das Gedenken an die Opfer faschistischer Gewalt aufrechterhalten. Wenn wir es nicht tun, überlassen wir die Geschichtsschreibung dem Lauf der Zeit und damit dem Vergessen. Diese Tat von Rechtsextremen darf in Velbert nicht vergessen werden, denn Velbert darf vor seiner Geschichte nicht die Augen verschließen. Wir werden daher erneut den Mord an Horst Pulter in das Gedächtnis der Menschen rufen.
"O pharipe meg dschil … Das Leid lebt noch…" - Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen
Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen am Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:00 Uhr. Treffpunkt: Ostpreußenstrasse, Ecke Exterbruch (Bogestra-Busdepot). Schweigegang vom Treffpunkt zur damaligen Reginenstraße, Höhe Bahnübergang Ostpreußenstraße.
Mit einer Kranzniederlegung und dem entzünden von Kerzen gedenken der VVN Gelsenkirchen und der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. den im Nationalsozialismus ermordeten Menschen des Volkes der Sinti und Roma. Wir schaffen an diesem Gedenktag mit Blumen und Kerzen einen temporären Erinnerungsort für die ermordeten Sinti und Roma und wollen so an diesem authentischen Ort an zeithistorische Geschehnisse, die in das fabrikmäßige Töten von Menschen mündeten, in den Focus der Öffentlichkeit rücken. Zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.
Das Bündnis Dresden-Nazifrei (NRW) lädt ein zur Aktionskonferenz Von NRW nach Dresden
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,
erfolgreiche Massenblockaden verhinderten im Februar 2010 Europas größten Neonaziaufmarsch in Dresden. Bereits jetzt ist jedoch abzusehen, dass die FaschistInnen und Neo-Nazis sich nicht geschlagen geben werden und ihrerseits Gegenstrategien entwickeln wollen. Ein weiterer Erfolg ist daher nicht selbstverständlich. Im Februar dieses Jahres haben wir die FachistInnen Schach gesetzt, im kommen Jahr muss es heißen: "Nazis - Schachmatt!"
Die Mobilisierung zur Blockade des Nazi-Aufmarsches im kommenden Jahr läuft bereits. Den Startschuss gab die vergangene Aktivierungskonferenz des Bündnisses Dresden-Nazifrei. Um eine bundesweite Mobilisierung zu unterstützen, wollen wir dieses Jahr aber einen Schritt weiter gehen und auch in den einzelnen Bundesländern regionale Aktionskonferenzen abhalten. Hier schließen sich spektrenübergreifend Aktive aus Gewerkschaften, Antifa-Gruppen, lokalen Initiativen, Vereinen, Jugendverbänden und Parteien zusammen, um gemeinsam nach Dresden zu mobilisieren.
Zu einer Regionalkonferenz-West des breiten Bündnisses "Dresden-Nazifrei" laden wir Euch ganz herzlich ein:
Wir wollen den Aufmarsch der Neonazis in Dresden ein weiteres Mal verhindern!
Als Einstieg in das Thema sieht die Konferenz eine Podiumsdiskussion vor, auf der über die Blockade von Nazi-Aufmärschen diskutiert und noch einmal die Bedeutung der Dresdner Nazi-Demo für die rechte Szene dargestellt wird.
Der Fokus liegt anschließend ganz bewusst auf konkreten Hilfestellungen für das eigene Engagement in der Dresden-Mobilisierung. Rechtliche Fragen rund um das Thema ziviler Ungehorsam und Blockaden spielen hier ebenso eine Rolle, wie die Fragen: Wie organisiere ich einen Bus nach Dresden oder wie führe ich eine Plakatier- und Verteilaktion durch? Als Abschluss des Angebots rundet ein Blockadetraining, in dem die wichtigsten Verhaltensregeln in einer Blockade eingeübt werden können, den Tag ab.
Unterstützt von zahlreichen Organisationen aus dem In- und Ausland ruft der "Zug der Erinnerung" zu Protesten gegen die Deutsche Bahn AG (DB AG) und deren Eigentümer auf. Mit einer zentralen Demonstration am 4. Dezember 2010 in Nürnberg sollen die Forderungen der überlebenden Deportationsopfer des DB-Vorgängers "Deutsche Reichsbahn" unterstützt werden.
In Gelsenkirchen - hier machte die fahrende Ausstellung "Zug der Erinnerung" 2008 Station - wollen wir unseren Protest in Kooperation mit dem Jüdischen Kulturverein KINOR und dem "Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland" gegen die Haltung der Deutschen Bahn (DB AG) gegenüber den überlebenden Deportationsopfern Anfang Dezember 2010 mit einer Aktion vor dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof zum Ausdruck bringen. Veranstalter in Gelsenkirchen ist der gemeinnütziger Verein Gelsenzentrum e.V.: Wir erinnern dabei an die Opfer der "Reichsbahn"-Deportationen und unterstützen die Forderungen der Bürgerinitiative "Zug der Erinnerung". Den Überlebenden der "Reichsbahn"-Deportationen muss Gerechtigkeit widerfahren! Die Überlebenden dürfen nicht mit Almosen abgespeist werden!
Feldzug der Gewalt und der Einschüchterung gegen die deutschen Juden im November 1938
Gedenken und Erinnern an die Opfer der so genannten "Reichskristallnacht"
Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten “Reichs-Kristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer der rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Leib, Leben und Eigentum wurden.
Der VVN Gelsenkirchen und der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. rufen die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen demokratischer Organisation und Gruppierungen zur Erinnerung und zum Gedenken an die jüdischen Menschen auf, die 1938 Opfer der Novemberpogrome wurden. “Wir müssen wachsam sein und uns entschlossen und gemeinsam gegen das Vergessen, gegen Rassismus und gegen Gewalt stellen”, so der Vorsitzende des Vereins Gelsenzentrum e.V..
In Gelsenkirchen beginnt die diesjährige Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht um 18:30 Uhr vor dem Elisabeth-Krankenhaus an der Cranger Str. 226, hier formiert sich ein Schweigezug, der zur Dokumentationsstätte “Gelsenkirchen im Nationalsozialismus” an der Cranger Straße zieht. Dort ist eine Kundgebung geplant.
Straße in Gelsenkirchen wird nach 44 Jahren umbenannt
Nun ist es amtlich: Der Name des NS-Täters Paul Schossier als Namensgeber für eine Straße in Gelsenkirchen ist Geschichte. Am 4. November 2010 wurde die Straße von der zuständigen Bezirksvertretung Nord umbenannt, neuer Name: Josef-Sprenger-Weg.
Der Vorschlag des Gelsenzentrum e.V., der auch vom Landesverband der Sinti und Roma NRW unterstützt wurde, den ehemaligen “Paul-Schossier-Weg” nach einem Opfer des “Wirkens” von Paul Schossier, dem 9-jährigen Sinti-Mädchen Rosa Böhmer aus Gelsenkirchen zu benennen, fand weder im Rat der Stadt Gelsenkirchen noch in der Bezirksvertretung Nord eine Mehrheit.
Die Umbennenung wurde bereits 2008 von dem gemeinnützigen Verein Gelsenzentrum e.V. initiiert. OB Baranowski reagierte daraufhin und gab ein Gutachten in Auftrag, dass Paul Schossiers Beteiligung am NS-Völkermord in seiner Eigenschaft u.a. als Rechts- und Polizeidezernent bestätigte. So war Paul Schossier für die Deportation und die daran anschließende Ermordung der Gelsenkirchener Angehörigen des Volkes der Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verantwortlich.
Die Anwohner des”Paul-Schossier-Weges reagierten in Kenntniss der „über das Mitläufertum hinausgehende Betätigung des Namensgebers Paul Schossier“ während der Zeit des Nazi-Regimes dennoch mit Unverständnis über die Umbenennung, wie es Anwohner Heinz Hackstein in einer Bürgeranfrage darlegte. Dagegen hieß es von Seiten der Politik, die Umbenennung sei “nachvollziehbar und vernünftig, man bedauere, dass es erst so spät zu einer Umbenennung kam”.
13. Oktober 2010:
Helene - Eine Kriegskindheit
Autorenlesung: Dieter Ebels liest im AWO-Seniorenzentrum Gelsenkirchen-Schalke
Der Duisburger Autor Dieter Ebels liest am Donnerstag, den 4. November 2010 in Gelsenkirchen-Schalke aus seinem Buch “Helene - Eine Kriegskindheit”. Die Lesung findet im Veranstaltungssaal des AWO-Seniorenzentrums Gelsenkirchen-Schalke an der Grenzstraße 49-51 statt, Beginn 15:30 Uhr. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
Die Geschichte schildert die Kriegsjahre aus Sicht des Mädchens Helene. Not und Elend sind allgegenwärtig. In den letzten Jahren des zweiten Weltkrieges zermürben ständige Bombenangriffe die Bevölkerung der großen Industriestädte. Dem Leser offenbahrt sich auch hautnah, was das Mädchen Helene gefühlt hat, als es zitternd im Schutzraum saß, während draußen die Bomben alles in Schutt und Asche legten.
Im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit, mit dem Autor Dieter Ebels und den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Veranstalter ist der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V., der Eintritt ist kostenlos.
Bei Recherchen zu diesem Buch hatte der 1955 in Duisburg geborene Dieter Ebels auch Zeitzeugen befragt. Dabei war er auf eine alte Dame gestoßen, die ihm von ihrer Kindheit im Krieg erzählte. Diese Erzählung war Dieter Ebels dermaßen unter die Haut gegangen, dass er sich dazu entschloss, sie niederzuschreiben. Zitat des Autors: “Irgendwann einmal wird es die Generation, die den Krieg noch selbst miterleben musste, nicht mehr geben. Dann gehen solche Erinnerungen für immer verloren, Erinnerungen, die unbedingt als Mahnung für die nachfolgenden Generationen festgehalten werden müssen.”
Soziales Angagement
Für Seniorenwohnheime, Begegnungsstätten und caritative Einrichtungen, in denen aus finanziellen Gründen normalerweise keine Lesungen stattfinden können, bietet der Autor entgeldfreie Lesungen an. Auch für die Lesung in Gelsenkirchen verzichtet Dieter Ebels auf ein Autorenhonorar.
9. Oktober 2010:
Rosa-Böhmer-Weg nicht diskussionswürdig?
Wie es aussieht, lässt die Stadt Gelsenkirchen die Chance verstreichen, den nach dem Nazi-Schreibtischtäter Paul Schossier benannten Weg nach einem unschuldigen, neunjährigen Opfer seiner Tätigkeit umzubenennen. Der Ehrung durch die Straßenbenennung im Öffentlichen Raum, die der Nazi Paul Schossier seit 1966 erfahren hat, eine Ehrung der in Auschwitz ermordeten Rosa Böhmer, die zu den durch Schossier verfolgten Gelsenkirchener Sinti und Roma gehört, gegenüber zu stellen, wäre eine würdige und gerechte Lösung gewesen.
Doch in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Rat der Stadt am 07. Oktober 2010, schlägt die Verwaltung vor, "(...) aufgrund der über das Mitläufertum hinausgehenden Betätigung des Namensgebers für das nationalsozialistische "Dritte Reich" (...)" den Paul-Schossier-Weg in Josef-Sprenger-Weg umzubenennen. In der Begründung findet sich noch nicht einmal ein Abwägen der verschiedenen gemachten Namensvorschläge. Auch der Vorschlag "Rosa-Böhmer-Weg" wird komplett ignoriert. Andreas Jordan hatte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gelsenzentrums bereits Ende September Bezirksbürgermeister Klasmann diesen Vorschlag unterbreitet, ohne bislang eine Antwort erhalten zu haben. Auch ein Brief des Landesverbandes der Sinti und Roma an den Oberbürgermeister Baranowski, in dem dieser den Vorschlag unterstützt, blieb offenbar ohne Wirkung.
Zwar verschwindet mit der Umbenennung der Name des Nazi-Täters endlich aus dem öffentlichen Raum, doch wird hier die Chance vertan, "(...) ein Zeichen dafür zu setzen, dass die Stadt Gelsenkirchen die Sinti und Roma, die Bürger dieser Stadt waren, und ihr Schicksal nicht vergisst und dass ihre Geschichte auch heute noch einen Platz in Gelsenkirchen hat." Mit diesen Worten befürwortet Roman Franz, der Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma, die Umbenennung des "Paul-Schossier-Weg" in "Rosa-Böhmer-Weg".
Nun ist die Bezirksvertretung Nord gefragt, die am 04. November 2010 über die Beschlussvorlage abstimmen wird. Sie könnte sie ja ablehnen und einen Änderungsantrag einbringen, in dem der "Paul-Schossier-Weg" in "Rosa-Böhmer-Weg" umbenannt wird.
"O pharipe meg dschil … Das Leid lebt noch…" - Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen
Vorankündigung: Gedenken und Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen am Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:00 Uhr. Treffpunkt: Ostpreußenstrasse, Ecke Exterbruch (Bogestra-Busdepot). Schweigegang vom Treffpunkt zur damaligen Reginenstraße, Höhe Bahnübergang Ostpreußenstraße.
Mit einer Kranzniederlegung und dem entzünden von Kerzen gedenken der VVN Gelsenkirchen und der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. den im Nationalsozialismus ermordeten Menschen des Volkes der Sinti und Roma. Wir schaffen an diesem Gedenktag mit Blumen und Kerzen einen temporären Erinnerungsort für die ermordeten Sinti und Roma und wollen so an diesem authentischen Ort an zeithistorische Geschehnisse, die in das Fabrikmäßige Töten von Menschen mündeten, in den Focus der Öffentlichkeit rücken.
Namensvorschlag für die Umbenennung: "Rosa-Böhmer-Weg"
Nachdem die Stadt sich entschlossen hat, den "Paul-Schossier-Weg" umzubenennen, da es sich bei Paul Schossier um einen NS-Täter handelt, der sich mitschuldig an der Ermordung der Gelsenkirchener Sinti und Roma in Auschwitz gemacht hat, hat Andreas Jordan, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum, einen weiteren Namensvorschlag eingebracht.
"Ergänzend zu unserem Antrag auf Umbenennung vom 6. März 2008 regen wir nun an, den Weg in "Rosa-Böhmer-Weg" umzubenennen. Das Sinti-Mädchen Rosa Böhmer wurde am 22. September 1933 in Gelsenkirchen geboren. Nach der zwangsweisen Auflösung der Familie Böhmer, die voll integriert in Gelsenkirchen an der Bergmannstraße lebte, kam Rosa Böhmer schließlich zu Pflegeeltern nach Hövelhof (Paderborn). Dort wurde Rosa Böhmer 1942 von Gestapobeamten aus dem Schulunterricht geholt und deportiert. Am 13. August 1943 wurde sie in Auschwitz ermordet.
Rosa Böhmers Verfolgungsschicksal soll an die aus Gelsenkirchen verschleppten und ermordeten Sinti und Roma erinnern, an deren Ermordung Paul Schossier nicht unerheblich beteiligt war." so Andreas Jordan, und weiter: "Der Vorsitzende des Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW, Roman Franz, hat uns heute zugesagt, den Namensvorschlag "Rosa-Böhmer-Weg" zu unterstützen."
(Pressemitteilung Gelsenzentrum e.V. vom 21.9.2010, 13:00 Uhr)
Der “Paul-Schossier-Weg” in Scholven wird umbenannt
Name eines NS-Täters verschwindet aus dem öffentlichen Raum - Antrag auf Umbenennung hatte Erfolg
Gelsenkirchen. Die Ergebnisse einer Untersuchung des ISG zur Rolle von Straßen-Namensgebern im öffentlichen Raum der Stadt Gelsenkirchen wurden gestern der Öffentlichkeit vorgelegt. Demnach soll der in Scholven gelegene Paul-Schossier-Weg nun endlich umbenannt werden. In Sachen Paul Schossier lag der Stadtverwaltung seit Februar 2008 ein konkreter Antrag auf Umbennung vor. Die daraufhin von OB Baranowski in Auftrag gegebene Untersuchung bestätigte die im Umbenennungsantrag genannte Begründung.
Bekannt war die Mittäterschaft des Stadtrates Paul Schosssier am Völkermord an den Gelsenkirchener Sinti und Roma während der NS-Zeit schon lange. Bereits 1999 hatte Stefan Goch, Mitarbeiter des Instituts für Stadtgeschichte, in seinem Buch “Mit einer Rückkehr nach hier ist nicht mehr zu rechnen - Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des “Dritten Reiches” im Raum Gelsenkirchen” die Rolle von Paul Schossier im Zusammenhang mit der Umsetzung des so genannten “Auschwitz-Erlasses” in Gelsenkirchen beleuchtet. Geschehen ist danach erstmal nichts. Erst nach der Veröffentlichung von neuen Rechercheergebnissen zum Fall Schossier durch den Verein Gelsenzentrum im Februar 2008 und einem Antrag auf Umbennung des Paul-Schossier-Weges durch Andreas Jordan kam dann endlich Bewegung in die Sache. Der OB reagierte und gab eine Untersuchung in Auftrag, deren Ergebnis nun die Umbennung zur Folge hat. Damit ist im Fall Paul Schossier das Fortwirken eines NS-Täters als Namensgeber einer Straße im öffentlichen Raum beendet.
Protest gegen das Soldatentreffen am Ort des Todes zigtausender Kriegsgefangener
Schon am 6.11.2009 hieß es in der WR: „Es dürfte eines der größten Reservistentreffen des Landes werden, wenn am 28. September 2010 auf der Landesgartenschau der ‚Bundeswehrtag’ veranstaltet wird. Panzer können besichtigt werden. Marschmusik erklingt. Bundesweit will Gartenschau-Geschäftsführer Peter Friedrich in Reservisten-Verbänden Werbung für diesen Tag machen."
"Für Hemer wird es ein besonderer sein. Denn nur durch den Umstand, dass die Blücher-Kaserne eine neue Nutzung benötigte, wurde die Stadt im Märkischen Kreis überhaupt Gartenschau-Ausrichter: ‚Eigentlich erleben wir auf diesem Gelände den Zauber der Verwandlung, wie Schwerter zu Pflugscharen werden’, sagt Friedrich. Mit dem Bundeswehr-Tag stellen wir uns unserer Geschichte.’“
Unsere Anmerkung: Zu dieser Geschichte gehört der Mord an zigtausenden Kriegsgefangenen auf dem Gelände im 2. WK. Auf ihren Gräbern wird herumgetrampelt. Von Schwertern zu Pflugscharen kann ja wohl keine Rede sein, denn die Bundeswehr führt ihre Auslandseinsätze nicht mit Pflugscharen durch, sondern mit Panzern.
Protest ist angesagt. Im Programm ist der Bundeswehrtag noch immer drin!
Jetzt hat die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten) in Nordrhein-Westfalen eine Erklärung zum größten Soldatentreffen der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben:
Erklärung des Landesausschusses der VVN-BdA NRW
Gegen das Militärspektakel von Hemer am 28. September
Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Hemer will die Bundeswehr am 28. September eines ihrer größten Soldatentreffen durchführen, das es je gab. Der Bundeswehrverband und die Reservistenverbände sind mit von der Partie. Panzer sollen den Kindern als Spielgerät angeboten werden. Militärmärsche sollen erklingen. Es wird für Militär und Krieg geworben.
All das findet nicht nur auf dem Landesgartenschaugelände statt, sondern auch auf dem Boden des ehemaligen Stalag VI A (Kriegsgefangenen-Stammlager der Wehrmacht). Hier sind während des Vernichtungskrieges der Naziwehrmacht viele Tausende Kriegsgefangene grausam zu Tode gekommen. Mit drei Millionen Todesopfern unter den sowjetischen Kriegsgefangenen ist diese Opfergruppe eine der größten gewesen. Zigtausende kamen in Hemer ums Leben. Mindestens 25.000 von ihnen sind auf den Friedhöfen am Stadtrand in Massengräbern begraben. Weitere starben im Arbeitseinsatz als Zwangsarbeiter in der Ruhrwirtschaft; allein im Zeitraum von Juli bis November 1943 starben im Ruhrbergbau 28.000 Gefangene.
Und hier soll nun die Bundeswehr aufmarschieren. Wir sind es den Opfern schuldig, uns dagegen zu wehren.
Wir wehren uns dagegen, dass mit den Reservistenverbänden und dem Bundeswehrverband zwei besonders militaristische Großorganisationen hier für sich werben dürfen. Diese Verbände sind durchsetzt mit rechtsextremistischen Kadern. Erst kürzlich wurde es von den Verbandsführungen abgelehnt, den NPD-Vorsitzenden Udo Voigt, Hauptmann der Reserve. auszuschließen. Auch andere Nazikader sind dabei. Das war schon seit Gründung dieser Vereinigungen so, denn sie haben auch die Reservisten aufgenommen, die schon in der Wehrmacht dienten. Viele waren schon im Krieg an schweren Kriegsverbrechen beteiligt. Der Bildungsverein des Bundeswehrverbandes ist nach Karl Theodor Molinari benannt worden, einen Bundeswehr- und Wehrmachtsgeneral, der in Frankreich wegen seiner Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt wurde.
Heute rufen die Neonaziverbände ihre „jungen Kameraden“ auf, sich in der Bundeswehr an Waffen ausbilden zu lassen - „für den Kampf für Deutschland“. Diese Leute sind dann dabei, wenn die Zivilmilitärische Zusammenarbeit die Städte und Gemeinden durchdringt. Tausende Reservisten sehen zum Einsatz im Innern bereit - auch zum Einsatz gegen das eigene Volk. Zum Einsatz gegen Streikende.
Die Bundeswehr, die sich in Hemer feiern lassen will, ist im Kriegseinsatz. In Afghanistan führt sie Krieg gegen die dortige Bevölkerung, das ist seit dem 4.9.2009 erwiesen; an diesem Tag hat Bundeswehr-Oberst Georg Klein die Ermordung von 142 Männern, Jugendlichen und Kindern befohlen - ohne dass die Bundeswehr oder die deutsche Justiz ihn belangt hätten. Strafbefreiung für Massenmord.
Wir fordern die Absetzung des Militärspektakels auf dem Gelände des Stalag VI A und der Landesgartenschau. Wir fordern Schritte zum Frieden, statt Manöver für den Krieg.
VVN-BdA Nordrhein-Westfalen
4. September 2010:
Sie sollen nicht vergessen sein
Vor 66 Jahren: Ungarische Jüdinnen sterben bei Bombenangriff in Horst
Es geschah am 11. September 1944 gegen 18:15 Uhr. Aliierte Bomber griffen das Hydrierwerk der Gelsenberg Benzin AG in Gelsenkirchen-Horst an. Auf dem nordöstlichen Teil des Werksgeländes befand sich in dieser Zeit ein Außenlager des KZ Buchenwald. In dem Lager, das in den Akten als “SS Arbeitskommando K.L. Buchenwald, Gelsenberg-Benzin A.G., Gelsenkirchen-Horst” geführt wurde, waren 2.000 ungarische Jüdinnen, die man aus dem KZ Auschwitz zur Zwangsarbeit nach Gelsenkirchen verschleppt hatte, untergebracht. Den Mädchen und Frauen war der Zutritt zu den Bunkern und Splittergräben verboten, etwa 250 von Ihnen wurden bei dem Luftangriff getötet. Ihre sterblichen Überreste wurden in drei Massengräbern am Linnenbrink verscharrt.
Im Juli 1948 wurde am Linnenbrinksweg ein Mahnmal für die Opfer des Bombenangriffs aufgestellt. Im Zuge der Werkserweiterung der Gelsenberg Benzin AG wurde dieses Denkmal dann am 9. September 1954 auf den Friedhof Horst-Süd an seinen heutigen Standort verbracht. Die Westfälische Rundschau berichtete in einem Artikel vom 10. September 1954 ausführlich über die Feierlichkeiten zur Umsetzung des Denkmals. In seinem Redebeitrag während der Gedenkfeierlichkeiten bei der Umsetzung des Denkmals 1954 sagte der damalige Betriebsratsvorsitzende der Gelsenberg Benzin AG, Ramacher: “Ich bin mir der Tragweite meiner Worte durchaus bewußt, wenn ich wünsche, daß dieses Mahnmal nicht so weit abseits, sondern im Zentrum der Stadt liegen möge, damit wir oft im Vorübergehen an die Tage des Grauens erinnert werden würden, die uns und den Generationen nach uns die Verpflichtung zur Achtung der Menschenwürde auferlegen.”
Mehr über das Gelsenberglager auf www.gelsenzentrum.de:
Am 4. September 2010 wollen sich Neofaschisten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland zum 6. Mal in Folge in Dortmund versammeln. Hintergrund ist der alljährlich am 1. September stattfindende Antikriegstag, den die neuen Nazis (”Autonome Nationalisten”) für sich vereinnahmen und zum so gennanten “Nationalen Antikriegstag” erklärt haben.
Bereits in den letzten Jahren zogen Neonazis mit der Losung “Nie wieder Krieg!” durch Dortmunds Straßen. Sie fügten hinzu: “Nach unserem Sieg!” – also dem Sieg des “Nationalen Sozialismus”. Die Neonazis bejubeln den beispiellosen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion ebenso wie die Massenvernichtung der europäischen Juden. Sie leugnen die Verbrechen von Wehrmacht und Waffen-SS, tragen Slogans wie “Unser Großvater war ein Held!“ bzw. “Opa war kein Mörder” vor sich her. Verschiedene Bündnisse und Organisationen rufen zu Gegendemonstrationen gegen Rechts am kommenden Samstag in Dortmund auf.
Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Hochburg von militanten Neonazis entwickelt. Brutale Übergriffe auf MigrantInnen und linke Jugendliche, auf alternative Buchläden und Zentren, Parteibüros und Privatwohnungen von Antifaschistinnen und Antifaschisten häufen sich. Am 1. Mai 2009 griffen Neofaschisten die 1. Mai-Demo des DGB an. Der Punk Thomas "Schmuddel" Schulz wurde 2005 von einem jugendlichen Neofaschisten in der Dortmunder Innenstadt erstochen.
Im Jahr 2000 hatte der als Neonazi bekannte Dortmunder Michael Berger den Polizisten Thomas Goretzky in Dortmund-Brackel erschossen und danach zwei weitere Beamte, Ivonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz, in Waltrop.
Den Antifaschistinnen und Antifaschisten wurde der Platz vor der Steinwache (Gedenkstätte ehemaliges Gestapo-Gefängnis) als Auftaktort für die Gegenveranstaltung verweigert, dort dürfen sich stattdessen die alten und neuen Nazis versammeln.
Blick nach Rechts: Tagsüber sind sie mit Flugblättern und Buttons „bewaffnet“, nachts ziehen sie mit Steinen und Reizgas los – Dortmunder Neonazis vor ihrem großen Event: dem „Nationalen Antikriegstag“.
Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen vor 71 Jahren
Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen begann am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg. Der Hitlerfaschismus steckte die Welt in Brand, der Weltkrieg forderte mehr als 55 Millionen Tote unter den Völkern und haben das Leben der nachfolgenden Generationen nachhaltig geprägt.
Nachdem in Europa bereits am 8. Mai die Waffen schwiegen, warfen die USA im August auf die japanische Stadt Hiroshima die erste Atombombe ab, der drei Tage später, am 9. August 1945, eine weitere Atombombe auf Nagasaki folgte. Am 1. September 2010 fanden in Gelsenkirchen zwei Veranstaltungen zum Antikriegstag statt. Am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Stadtgarten wurden Blumen niedergelegt. Hier hatten sich Vertreter von VVN/BdA, der Linkspartei, der Linke Alternative und der DKP zum stillen Gedenken zusammengefunden.
Marianne Konze erinnerte in ihrer Rede an den deutschen Überfall auf Polen vor 71 Jahren und an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Sie betonte, dass der 2. Weltkrieg mit all seinen schrecklichen Verbrechen uns allen eine bleibende Mahnung, Aufforderung und Verpflichtung sein muß, uns jeder Form von Rassismus und Neofaschismus in den Weg zu stellen. Bereits um 17 Uhr fand auf dem Preuteplatz in der Gelsenkirchener Innenstadt eine Protestaktion der MLPD Gelsenkirchen und deren Jugendverband REBELL statt. Der MLPD-Kreisvorsitzende Toni Lenz hatte zu dieser Protestaktion aufgerufen. Auch hier wurde an den Überfall auf Polen durch den Hitler-Faschismus am 1. September 1939 erinnert, verbunden mit der Forderung nach Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
21. August 2010:
Gedenkfeier für die Ruhrkämpfer in Gelsenkirchen
90 Jahre Rote Ruhrarmee
Am Mahnmal für Opfer des Ruhrkampfes 1920 und der faschistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 auf dem Friedhof Horst-Süd fand heute ein feierliche Gedenkfeier mit einer Kranzniederlegung statt. Zahlreiche Menschen haben heute gemeinsam der Toten gedacht, die für die Freiheit starben.
Am 13. März 1920 wollten militante rechte Kreise mit dem sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsch den ersten Versuch einer deutschen parlamentarischen Demokratie beenden. Mit einem Generalstreik der Arbeiterschaft in Deutschland wurde der Putsch jedoch zum Scheitern gebracht. Nach dem Ende des Putsches ließ die Reichsregierung den andauernden bewaffneten Widerstand im Ruhrgebiet durch die “Rote Ruhrarmee” im März und April 1920 von der Reichswehr und den Freikorps niederschlagen.
Zahlreiche Redebeiträge wurden von den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen teilnehmenden Gruppierungen gehalten. Heike Jordan, Sprecherin des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum und VVN-Mitglied, die an der Gedenkfeier im Rahmen des Projektes NO NAZIS 2010 teilnahm, betonte in ihrer Rede, wie wichtig es ist, gegen faschistische Umtriebe Flagge zu zeigen: “Der Tod aller Opfer des Faschismus muss uns, die wir gegen das Vergessen, das Verdrängen und Ignorieren aktiv sind, mahnende Erinnerung sein, in unseren antifaschistischen Bestrebungen nicht nachzulassen. Die Geschichte lehrt uns: Wir müssen wachsam sein!” Unter den Klängen des antifaschistischen Kampfliedes “Bella Ciao” legten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Blumen am Mahnmal nieder.
13. August 2010:
Gelsendienste verbietet Gedenkfeier - politische Willkür?
Erinnerungsfeier an Bergleute soll nicht stattfinden
Gelsenkirchen. Am Samstag, den 21. August 2010 soll um 14 Uhr am Denkmal auf dem Horster Südfriedhof der Opfer des Ruhrkriegs 1920 gedacht werden. Das planen seit Monaten Kumpel für AUF, AUF Gelsenkirchen, der Freidenkerverband Gelsenkirchen, der Frauenverband Courage und weitere Gruppierungen. “Gelsendienste”, verantwortlich für Betrieb und Unterhalt der Gelsenkirchener Friedhöfe, verbietet die Gedenkfeierlichkeiten unter anderem mit dem Hinweis auf die Friedhofsatzung. AUF Gelsenkirchen vermutet hinter der Ablehnung “politische Willkür” und hat den Gelsenkirchener Rechtsanwalt Frank Jasenski eingeschaltet, der eine einstweilige Verfügung erwirken soll.
Rechtsanwalt Jasenski dazu: “Ein Friedhof ist für alle da. Die Gedenkfeier wird von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit durchgeführt, unter anderem dem Freidenkerverband, der den Kirchen rechtlich gleichgestellt ist. Das ist politische Willkür. Es finden immer wieder an Gedenkstätten, ob auf dem Friedhof oder ausserhalb, Gedenkfeiern statt, so z.B. auch am Mahnmal für die Zwangsarbeiter, welches ebenfalls auf dem Friedhof Horst Süd steht”. Sprach Gelsendienste im ersten Ablehungsbescheid noch davon, das die Friedhofsatzung “keine Veranstaltungen nichtreligiösen Vereinigungen bzw. politischer Parteien zulasse”, wurde der zweite Ablehnungsbescheid mit formalen Gründen (u. a. Fristversäumnisse) begründet. Weiter heißt es: (…) “der 21. August “ist kein herkömmlicher Totengedenkfeiertag, ein Auftritt auf dem Friedhof sei demnach zu unterlassen.”
Gerd Buckler und Manuela Reichmann vom AUF-Vorstand kündigten an: “Dieses Verbot akzeptieren wir auf jeden Fall nicht. Noch im Frühjahr wurde die Gedenkfeier als Beitrag zur Kulturhauptstadt begrüßt und die Renovierung des Mahnmals zugesagt. Nach der Landtagswahl kam die Kehrtwende. Der Beschluss wurde bis heute nicht umgesetzt, die Kranzniederlegung verboten. Was für ein Armutszeugnis für die Stadtbürokratie! Warum wird die Gedenkfeier von der Stadtverwaltung unterdrückt, statt sie als Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 zu unterstützen?”
Historischer Hintergrund
Im Kulturhauptstadtjahr 2010 jährt sich zum 90. Mal ein fast vergessener Kampf gegen die Errichtung einer faschistischen Militärdiktatur in Deutschland. Am 13. März 1920 wollten militante rechte Kreise mit dem sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsch den ersten Versuch einer deutschen parlamentarischen Demokratie beenden. Mit einem nachfolgenden Generalstreik der Arbeiterschaft in Deutschland wurde der Putsch jedoch zum Scheitern gebracht. Es ist der unbestreitbarer Verdienst der Arbeiter, das 1920 durch ihren Kampf die Errichtung einer Militärdiktatur in Deutschland verhindert wurde.
Auf einem Denkmal auf dem Horster Südfriedhof wird namentlich an 11 tote Arbeiter erinnert, die bei den Kämpfen 1920 ums Leben kamen bzw. ermordet worden sind. Nach dem Ende des Putsches ließ die Reichsregierung den andauernden Widerstand im Ruhrgebiet durch die “Rote Ruhrarmee” im März und April 1920 von der Reichswehr und den Freikorps niederschlagen.
Wer oder was sind Gelsendienste?
Das Unternehmen schreibt in seinem Webauftritt über sich: “GELSENDIENSTE, das ist der zentrale Anbieter kommunaler Dienstleistungen bei uns in Gelsenkirchen. Als „eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ sind wir ein Unternehmen der Stadt Gelsenkirchen, das seit den 1990er Jahren aus den drei ehemaligen Einzelorganisationen GELSENGRÜN, GELSENHAUS und GELSENREIN hervorgegangen ist.”
22. Juli 2010:
Die Rote Ruhrarmee, der Kapp-Lüttwitz-Putsch und der Ruhrkrieg
Ein fast vergessener Kampf
Im Kulturhauptstadtjahr 2010 jährt sich zum 90. Mal ein fast vergessener Kampf gegen die Errichtung einer faschistischen Militärdiktatur in Deutschland. Arbeiter waren zur Verteidigung der Republik im März 1920 in den Generalstreik getreten und wurden im April von denen verfolgt, gejagt und getötet, gegen die sich ihr erfolgreicher Generalstreik gerichtet hatte. Die Verlierer im Ruhrkrieg waren die kämpfenden Arbeiter und ihre Familien im Ruhrgebiet, es ist ihr Verdienst, das 1920 die Errichtung einer Militärdiktatur in Deutschland verhindert wurde.
22. Juni 2010 - 69. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 überschritten deutsche Truppen die Grenzen der Sowjetunion. Bei ihrem Vormarsch kamen sie durch Gebiete, in denen ca. 2,7 Millionen Juden sowie mehrere hunderttausend jüdische Flüchtlinge aus Westpolen lebten. Schon zu Beginn des Russlandfeldzugs existierte ein Teil der Vernichtungsmaschinerie in Form der "Einsatztruppen der Sicherheitspolizei (u.a. Polizeibataillone) und des SD". Ihre Aufgabe war es, "weltanschauliche Gegner" und "sonstige Elemente" zu ermorden.
Zur Taktik der Einsatztruppen gehörte es auch, mit Hilfe einheimischer Milizen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung zu entfachen. Unter dem Vorwand der "Partisanenbekämpfung" (Synonym für den Völkermord) wurden Juden sowie Sinti und Roma als Geiseln genommen und im Zuge "militärischer Strafexpeditionen" erschossen. Zwischen Juni 1941 und April 1942 wurden nahezu 560.000 Menschen ermordet, darunter praktisch die ganze jüdische Bevölkerung im Baltikum, in der Ukraine, auf der Krim und in Weißrussland. Innerhalb von zwei Tagen (29. und 30. September 1941) wurden nahezu 34.000 jüdische Bewohner der Stadt Kiew in der Schlucht von Babi Jar getötet. Zu den Unterschieden gegenüber dem Völkermord in Polen gehörte, dass die Phase der Konzentrierung der Juden in Ghettos weitestgehend übersprungen wurde.
Absolut exakte Opferzahlen konnten nie ermittelt werden. Für für das Gebiet der Sowjetunion nennt Wolfgang Benz in seinem Buch "Dimension des Völkermords - Die Zahl der Opfer des Nationalsozialismus" die Minimalzahl von 2.100.000 ermordeten Juden. Insgesamt hat der von Deutschen entfesselte weltanschauliche und rassistische Vernichtungskrieg mehr als 20 Millionen Kriegstote auf Seiten der Sowjetunion gefordert, darunter mehr als 5 Millionen Zivilisten.
11. Juni 2010:
Gelsenkirchen: 9 Stolpersteine werden verlegt
STOLPERSTEINE setzen Zeichen gegen das Vergessen
Am 22. Juni 2010 werden in Gelsenkirchen an sechs Orten STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt, die an einst hier lebende Menschen erinnern sollen. Die STOLPERSTEINE konnten im Februar wegen dem anhaltenden Frost nicht verlegt werden. Es werden am 22. Juni insgesamt 9 STOLPERSTEINE in der nachfolgend aufgeführten Reihenfolge im Abstand von jeweils etwa 30 Minuten in den Boden eingelassen.
An der Augustastrasse werden um 8:00 Uhr zwei STOPLPERSTEINE für Margit und Annemarie Zorek verlegt. Die Schwestern wohnten in der Hausnummer 7. Im Januar 1942 wurden Margit und Annemarie Zorek nach Riga deportiert. Im Juli 1944 wurden die Geschwister im KZ Riga-Kaiserwald von den Nazis ermordet.
An der Bochumer Strasse 45 lebte Hulda Silberberg. Hier wird ein STOLPERSTEIN daran erinnern, dass Hulda Silberberg angesichts der bevorstehenden Deportation im Januar 1942 die Flucht in den Tod wählte.
Am Neustadtplatz 6 (Früher Moltkeplatz) wird der STOLPERSTEIN verlegt, der an Helene Lewek erinnern wird, die dort einst gewohnt hat. Helene Lewek wählte im Sammellager an der Wildenbruchstrasse unmittelbar vor der Deportation im Januar 1942 die Flucht in denTod. Am Standort des Sammellagers (ehemalige Ausstellungshalle) an der Wildenbruchstrasse wird ein STOLPERSTEIN an ihren Tod erinnern.
An der Kurt-Schumacher-Strasse 10 (früher Kaiserstrasse) wohnte die Familie Haase. Das Haus der Familie steht heute nicht mehr. Sally Haase wurde 1938 verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Er floh nach der Entlassung nach Belgien und weiter nach Frankreich. Dort wurde er über das KZ Drancy 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo er 1944 ermordet wurde. Tochter Margot konnte mit der Hilfe von Verwandten in die USA emigrieren. Ehefrau Carola und die Kinder Bernd und Ingrid wurden im Januar 1942 nach Riga, dann in das KZ Stutthof verschleppt und dort 1945 ermordet. Bernd überlebte und emigrierte 1947 in die USA.
An der Zollvereinstrasse 4 wird mit der Verlegung eines STOLPERSTEINS an den dort einst lebenden Paul Bukowski erinnert. Am 7. August 1943 wurde Paul Bukowski als Mitglied einer Widerstandsgruppe vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit Feindbegünstigung" zum Tode verurteilt und am 20. April 1944 in Plötzensee hingerichtet.
31. Mai 2010:
Leserbrief zum WAZ-Artikel "Streit um Stolpersteine in Gelsenkirchen"
Natürlich wird es gern von der WAZ aufgegriffen und groß heraus gebracht: Streit um Urheberschaft und Verlegung der Stolpersteine. Typisch Gelsenkirchen! Alle, denen das antifaschistische Erbe teuer ist, sollten eigentlich froh sein, dass die Verlegung jetzt – dank Andreas Jordan und seinem wirklich unermüdlichem Einsatz – läuft. Und zwar wegen nicht unerheblicher Querelen im Vorfeld gegen die Verlegung der Steine. Als linke Ratsfrau habe ich bereits 2006 den Antrag für die Verlegung an die Stadt gestellt und alles andere als offenes Entgegenkommen von Ratsparteien und Verwaltung dafür erlebt. – Übrigens ebenso wie beim Projekt "Zug der Erinnerung", bei dem der Rat der Stadt eine finanzielle Unterstützung verweigerte und alle Parteien damals gegen den von der Linken eingebrachten Antrag zur Unterstützung stimmten. Komisch auch, welche Menschen jetzt als die eigentlichen Urheber und Unterstützer hervorgehoben werden. Bernd Matzkowski z. B. war bei der Debatte zum Ratsantrag seinerzeit besonders eifrig, um das Projekt Stolpersteine – weil es von den Linken initiiert war – zu hintertreiben.
Traurig, dass jetzt das eifersüchtige Gezänk über die Urheberschaft, einschließlich der Verunglimpfung der Person Andreas Jordans, die Genugtuung darüber, dass endlich auch in Gelsenkirchen eine spezielle Form würdigen Gedenkens durch Stolpersteine möglich ist, in den Hintergrund drängt.
Ursula Möllenberg
30. Mai 2010:
Gelsenkirchen: Streit um Stolpersteine
So titelt die WAZ im Lokalteil der Gelsenkirchener Ausgabe vom 27. Mai 2010.Wir sehen keinen Streit. Da gibt es nichts zu streiten. Da haben einige ihre persönliche Meinung geäußert und dazu haltlose Vorwürfe gemacht. Nicht mehr. Lasst sie zetern und fabulieren - je bekannter wird das Projekt STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen.
Die STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig sollen ganz still und persönlich vor Ort an die Millionen gedemütigten, gefolterten und ermordeten Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, “Euthanasie”-Opfer, politisch Verfolgte und an viele andere von einem perversen Regime Verfolgten erinnern. Für die Fortführung des Projektes STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen setzen wir uns ein.
Heike und Andreas Jordan
GELSENZENTRUM e.V.
Arbeitskreis STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen
15. Mai 2010
Stolpersteine in Gelsenkirchen - Ein Stein, ein Name, ein Mensch
Nachverlegung von Stolpersteinen in Gelsenkirchen
Am 22. Juni 2010 findet die Nachverlegung der Stolpersteine aus dem Februar diesen Jahres statt. Am 9. Februar konnten wegen des gefrorenen Bodens nur vier der geplanten 13 Stolpersteine durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt werden. Die übrigen Stolpersteine sind seinerzeit nur symbolisch niedergelegt worden. Das städtische Tiefbauamt, vom Arbeitskreis Stolpersteine des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum um Mithilfe bei den Nachverlegungen gebeten, lehnte diese bisher unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage und wegen der dünnen Personaldecke im Tiefbauamt ab. Am 22. Juni werden nun die verbleibenden 9 Stolpersteine vom Arbeitskreis Stolpersteine in Gelsenkirchen mit der handwerklichen Hilfe eines Steinmetzes verlegt, der das Projekt ehrenamtlich unterstützt.
Gunter Demnigs Stolpersteine mit den in Messingplatten eingeschlagenen Daten von NS-Opfern haben sich inzwischen zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt. Die Aktion wurde durch Demnig 1993 ins Leben gerufen. Der Kölner Künstler hat mittlerweile in acht Staaten Europas und 549 Kommunen insgesamt mehr als 24.000 Stolpersteine verlegt. Auch auf der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai werden 16 seiner Stolpersteine im deutschen Pavillon gezeigt. Stolpersteine setzen für viele Angehörige und Nachfahren der NS-Opfer auch einen persönlichen Schlussstein. Die Stolpersteine sind Denkmäler, die den Toten ein Gesicht geben, die Gräueltaten des Dritten Reichs nicht in Vergessenheit geraten lassen und zusätzlich noch eine Anlaufstelle für Angehörige.
Patenschaften
Die Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Denn nur, wenn Patenschaften übernommen werden, können auch neue Stolpersteine verlegt werden. Um das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen fortzuführen, ist daher die Mithilfe vieler Menschen nötig. Eine Patenschaft kostet derzeit 95 Euro, damit werden Herstellung und Verlegung des Stolpersteins vor dem Wohnhaus oder der Arbeitsstätte des NS-Opfers finanziert.
Spenden
Gerne können Sie auch mit einer Spende die Erinnerungsarbeit des von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Arbeitskreises Stolpersteine für Gelsenkirchen unterstützen. (z.B. für den Unterhalt der Internetpräsenz und die Archivarbeit). Sie erhalten auf Anfrage einen Verwendungsnachweis für Ihre Spende. Helfen Sie mit, den Menschen Ihre Namen zurück zu geben, dort wo sie einmal gewohnt haben - vor den Türen der Häuser.
Mehr über die Stolpersteine in Gelsenkirchen auf der Internetpräsenz des
Mit diesen Worten beschrieb Rosa Eck den Mord an Erich Lange. Bei den nächsten Verlegungen in Gelsenkirchen soll nun der Stolperstein für Erich Lange verlegt werden. Erich Lange wurde Am Rundhöfchen in der Gelsenkirchener Innenstadt von SS-Leuten in der Nacht vom 21/22. März 1933 ermordet. Lange, der bis 1932 Mitglied der Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) war, hatte sich frühzeitig gegen die Nationalsozialisten gestellt und wurde Mitglied der KPD und des "Kampfbundes gegen den Faschismus". Die Nazis sahen das als "Verrat" an und ermordeten Erich Lange.
Rosa Eck ist bereits 85 Jahre alt, als sie ihr Leben vor dem Mikrofon erzählt. Die überwiegende Zeit ihres Lebens verbrachte die politisch engagierte Frau in Gelsenkirchen. Ihre erzählten Erinnerungen, die als CD erschienen sind, reichen von 1916 bis zur Jahrtausendwende. Sie sind ein bewegendes Plädoyer für Frieden und soziale Gerechtigkeit. So spricht die Zeitzeugin Rosa Eck auch über den Mord und die Beisetzung von Erich Lange.
65. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald
An diesem 11. April 1945 konnten sich die Gefangenen des KZ Buchenwald angesichts der vorrückenden US-Truppen selbst befreien, das Lagertor wurde nach langen Jahren des nationalsozialistischen Terrors von innen durch die Häftlinge geöffnet. Gestern trafen sich in der Gedenstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar überlebende ehemalige Häftlinge zusammen mit Veteranen der US-Army und zahlreichen Gästen, um den 65. Jahrestag der Selbstbefreiung zu begehen und der mehr als 56.000 Menschen zu gedenken, die im KZ Buchenwald von den Nazis ermordet worden sind.
Bei der Eröffnung der Gedenkfeierlichkeiten auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ Buchenwald forderte der französische Überlebende und Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, Bertrand Herz, die nachfolgenden Generationen auf, das Erinnern an die NS-Verbrechen zu bewahren.
Erinnerung bewahren heißt auch, sich an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen zu erinnern, die von den Nazis im KZ Buchenwald ermordet worden sind, sich zu erinnern, dass es in Gelsenkirchen-Horst 1944 ein Außenlager des KZ Buchenwald gab. Seit Sommer 1944 richtete die SS in der Nähe von Rüstungsbetrieben, zu denen auch das Hydrierwerk in Horst gehörte, Außenlager für weibliche KZ-Häftlinge ein. In dem Außenlager auf dem Betriebsgelände der Gelsenberg Benzin AG in Horst waren 2.000 ungarische Jüdinnen eingepfercht, die zur Trümmerbeseitigung nach Bombenangriffen auf das Hydrierwerk eingesetzt wurden. Bei Bombenangriffen im September 1944 kamen mehr als 150 von den ungarischen Mädchen und Frauen ums Leben, weil ihnen als Jüdinnen der Zutritt zu Bunkern und Splittergräben verwehrt worden ist.
28. März 2010:
Der Protest gegen Pro NRW in Gelsenkirchen
Gelsenkirchen: Gemeinsam gegen Rassismus
Friedlich und ohne Zwischenfälle verlief der Protest gegen die rassistische Pro NRW am diesem letzten Märzwochenende in Gelsenkirchen. Frühzeitig hatten sich in einem Bündnis gegen Rechts verschiedene Initiativen zusammen gefunden, die Ihren Protest gegen die
Islamkritik und den Rassismus der extrem rechten Pro NRW in verschiedenen Aktionen am Freitag und Samstag zum Ausdruck brachten.
Bereits am Freitag wurden vor der Moschee an der Fischerstrasse und an der Horster Strasse vor der dortigen Moschee Demonstrationen gegen Rechts abgehalten. An der Fischerstrasse wurden die Demonstranten und Demonstrantinnen am frühen Vormittag von den muslimischen Mitbürgern auf das herzlichste begrüßt und während der Solidaritätskundgebung mit heißem Tee und Kaffee versorgt. Man verspüre tiefe Dankbarkeit für diese Solidarität - das wurde den Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Kundgebung von den Besuchern des Freitagsgebetes mehrfach versichert. Die Kundgebung in Horst wurde aus Respekt kurz vor Beginn des Freitagsgebetes beendet.
Während am Freitag sich auf der Horster Strasse Demonstranten und eine kleine Gruppe der Rechtsextremen durch die Polizei getrennt im strömenden Regen gegenüberstanden, fand in der Moschee an der Horster Strasse das Freitagsgebet statt. Die ebenfalls teilnehmenden
gewählten Volksvertreter, hier federführend Parteivorsitzender Sigmar Gabriel, scheuten sich nicht, den Wahlkampf in die Moschee zu tragen. Die Muslime zeigte sich über diese Respektlosigkeit empört.
OB Baranowski betonte in einem Interview mit dem WDR am Freitag, dass man den so genannten Parteitag der Rechtsextremen im Schloss Horst nicht verhindern könne: “Die Partei ist nicht verboten, so habe Pro NRW das Recht wie jede andere Partei im Schloss Horst zu tagen. Das sei dann der Preis, den man für die Demokratie zu zahlen habe” so Baranowski sinngemäß. Dabei ist der Preis der Demokratie auch anders zu entrichten: Man ändert die Satzung zur Nutzung des Schlosses und schließt alle Parteien gleichermaßen von der Nutzung des Schlosses für parteipolitische Veranstaltungen aus.
Am Samstag fand die Hauptkundgebung gegen die rechtsextreme Pro NRW auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Schloss Horst statt. Die Kundgebung dort hatte den Charakter eines gemeinsamen Bürgerfestes. Erstaunlicherweise ließen aber sich weder der Oberbürgermeister noch andere Vertreter aus dem Stadtrat oder der Verwaltung oder Funktionsträger aus den christlichen oder der jüdischen Gemeinde auf dem Platz vor dem Schloss sehen, um gemeinsam mit den Bürgern und Bürgerinnen ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.
Am frühen Vormittag fand dann doch eine Sitzblockade statt, die Ihr Ziel zwar verfehlte, da keine Rechtsextremen in Sicht waren, nicht aber ihre Wirkung. So wurde lediglich der Individualverkehr blockiert, nicht aber anrückende Rechtsextreme. Pro NRW hatte in
Erwartung des breiten zivilgesellschaftlichen Protests den Beginn ihres so genannten Parteitages bereits einige Tage zuvor auf 14:00 Uhr anberaumt. Nach der angedrohten Räumung seitens der massiv vor Ort präsenten Einsatzkräfte der Polizei räumten die jugendlichen Blockierer kurz vor Ablauf der gesetzten Frist dann doch noch freiwillig die Fahrbahn.
Kurz vor Ankunft der Pro NRW und deren Gäste, Vertreter weiterer rechtsextremer Parteien aus verschiedenen Ländern Europas, fand ein Protestzug durch den Ortsteil Horst statt, an dem etwa 250 Menschen teilnahmen. Die Polizei zählte am Samstag insgesamt rund 600
Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den Protesten gegen die neuen Nazis.
Mein persönliches Fazit:
Die gegen rechtsextreme und rassistische Umtriebe gerichtete gemeinsame Bündnisarbeit muss intensiviert werden und darf sich nicht nur gegen “Nazi-Großereignisse” richten. Die Auseinandersetzung mit den rassistischen Hetztiraden der Pro NRW und anderer
rechtsextremer Gruppierungen muss zukünftig dauerhafter und intensiver stattfinden. Mehr Information und Sensibilisierung der Bevölkerung gegen den alltäglichen Rechtsextremismus und Rassismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen ist dringend geboten. Zivilcourage darf in unser aller Bewusstsein kein Fremdwort sein.
Andreas Jordan, 28. März 2010
28. März 2010:
Protest gegen die rechtsextreme Pro NRW
Die Gelsenkirchener Gruppe des VVN/BdA beteiligte sich aktiv an den Protesten gegen die rechtsextreme Pro NRW. Am Freitag fand vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Gelsenkirchen-Horst eine Soli-Kundgebung von Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit AUF statt. Danach ging es nach Essen zur Kundgebung in Katernberg. Am Samstag waren wir schon am frühen Morgen auf dem Josef-Büscher-Platz vor Schloss Horst und mit einer Kundgebung an der Essener-/Johannastrasse vertreten.
13. März 2010:
Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis - Es geht weiter!
Im März finden Workshops unseres Projektes "Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis" in Nordrhein-Westfalen statt: Für Demokratie im Internet diskutieren. Seien Sie dabei!
Wie kann ich im Internet gegen Rechtsextremismus aktiv werden?
Wie erkenne und begegne ich neonazistischen Argumentationen?
Wie kann ich meine Lebenserfahrung für Demokratie einsetzen und Jugendliche erreichen?
Das sind einige Fragen, die wir in unseren Workshops behandeln möchten! So ist der Workshop strukturiert:
Part I: Neonazis heute Hier geht es ebenso um die »modernen Nazis«, um ihre Ideologie, ihre Strategien und ihre Erkennungsmerkmale wie um Gegenstrategien in der realen und in der virtuellen Welt.
Part II: Das Internet und seine Foren, Chats und sozialen Netzwerke Hier lernen Sie die Grundlagen für die Nutzung des Internets und seiner interaktiven Angebote kennen.
Part III: Moderationstraining Hier werden Sie auf Ihren Einsatz als Moderator oder Moderatorin bei netz-gegen-nazis.de oder ähnlichen Communities vorbereitet. Anhand von ausgewählten Beispielen lernen Sie, wie man rechtsextreme User erkennt und wie man als Moderator oder Moderatorin gegen diese vorgehen kann.
Die aktuellen Workshop-Termine für 2010 in Nordrhein-Westfalen:
Freitag 26.03., 12 - 18 Uhr in Essen
Anmeldung: Wenn Sie dabei sein möchten, melden Sie sich bitte an unter Telefon 030 24 08 86 24 oder per Email an ngn@amadeu-antonio-stiftung.de. Hier bekommen Sie weiterführende Informationen beispielsweise über die genauen Veranstaltungsorte. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Für Menschen der Generation 50plus gehört das Internet vielfach zum Alltag. Doch im interaktiven Teil der virtuellen Welt, dem der Foren, Chats und sozialen Netzwerke, sind sie bisher selten vertreten. Dabei finden hier die Diskussionen statt, bei denen lebenserfahrene Meinungen und Ideen gefragt sind. Denn oft bleiben etwa demokratiefeindliche Positionen oder rassistische Hetze unbeantwortet, weil den (jugendlichen) Mitdiskutanten die Argumente fehlen. Deshalb bieten Ihnen Netz gegen Nazis und seine Partner, der Generali Zukunftsfonds und die Arbeiterwohlfahrt (AWO), an, Ihnen das Wissen zu vermitteln, um die interaktiven Seiten des Internet zu erobern. Tauschen Sie sich dort mit Jugendlichen aus und entwickeln Sie gemeinsam Strategien gegen Rechtsextremismus. Verteidigen Sie die Demokratie im Internet, wo Menschen die Freiheit der virtuellen Welt nutzen, um Hetze gegen Menschen zu verbreiten, Ängste zu schüren und Verschwörungstheorien als die Wahrheit zu verkaufen. Auch als ehrenamtliche Moderatorinnen und Moderatoren für Netz-gegen-Nazis.de können Sie Ihre Lebenserfahrung einbringen.
Ausschluss: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen!
9. Mai 2010 - 65. Jahrestag des Sieges über den Faschismus 1945
Der 9. Mai 1945 wird in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion als "Tag des Sieges" gefeiert, an dem die endgültige und bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht besiegelt wurde. In Deutschland wird oft vergessen, wer die faschistischen Mörderarmeen niedergerungen hat und welche Opfer die Völker der ehemaligen Sowjetunion dafür bringen mussten. Der 9. Mai 1945 war der erste Tag des Friedens. Daran wollen wir erinnern. Gelsenzentrum e.V. wird auch in diesem Jahr anläßlich des 9. Mai an den Mahnmalen für russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf Gelsenkirchener Friedhöfen Blumen zum Gedenken an die Toten niederlegen. Wir wollen am 9. Mai 2010 die in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteranen der Roten Armee besuchen und Ihnen zum 65. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus Gruß- und Dankesworte überbringen.
13. März 2010:
Bündnis macht weiter gegen Pro-NRW mobil
Die Tatsache, dass die Rechtspopulisten von Pro-NRW sich ausgerechnet Gelsenkirchen für ihren so genannten "Parteitag" und die "Anti-Minarett-Konferenz" ausgesucht haben, stimmt bedenklich. Die für den 27. März 2010 angekündigte Veranstaltung im Schloss Horst soll daher nach Möglichkeit friedlich und gewaltfrei verhindert werden. Wenn dies nicht gelinge, wolle man den Auftritt von Pro-NRW zumindest stören, so das Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen. In Gelsenkirchen hatten sich die Mitglieder des Bündnis gegen Rechts am vergangenen Donnerstag getroffen und gemeinsam beschlossen, "gewaltfreien Widerstand" gegen die selbsternannte "Bürgerbewegung" zu leisten, die mit Sprüchen wie "Abendland in Christenhand" auf Stimmenfang gehen. "Das grenzt schon an Volksverhetzung, dem muss man entschieden entgegentreten", so die einhellige Meinung der AntifaschistInnen im Gelsenkirchener Bündnis gegen Rechts. Auch die VVN/BdA Gelsenkirchen hat bereits eine Gegenkundgebung für den 27. März angemeldet.
11. März 2010:
O-Ton Friedenston Festival 2010 im Stadtgarten Gelsenkirchen
Gegen Krieg und Faschismus
Das Festival ist aus dem Event "Seid laut gegen Krieg" hervorgegangen und findet im Rahmen des → Ostermarsch Ruhr 2010 in diesem Jahr erstmalig unter dem neuem Namen statt. O-Ton der Veranstalter: "Wir sind ein selbst-organisiertes Festival von jungen Menschen, die ein Zeichen gegen Krieg und Faschismus setzten wollen."
Pro NRW ändert die Planung für Mahnwachenserie vor Moscheen im Ruhrgebiet. Der Protest gegen die Aktivitäten der Pro NRW in Gelsenkirchen verzeichnet erste Erfolge. Die Rechtspopulisten hatten angekündigt, vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Horst am 26. März 2010 eine ihrer sogenannten "Mahnwachen" aufzustellen. Dagegen hatte sich frühzeitig ein breiter zivilgesellschaftlicher Protest Horster Bürgerinnen und Bürger formiert. Auf der Internetseite der selbsternannten Bürgerbewegung wird die DITIB-Moschee an der Fischerstrasse nun nicht mehr als Standort einer der "Mahnwachen" genannt.
4. März 2010:
BgR Gelsenkirchen ruft auf
Die rechtspopulistische Partei Pro-NRW und die faschistische NPD kündigen an, am 27. und 28.3.2010 Aufmärsche in Gelsenkirchen und gegen die Merkez-Moschee in Duisburg durchzuführen. Pro-NRW und NPD wollen wie in der Schweiz ein Minarettverbot durchsetzen. RassistInnen und NeofaschistInnen aus Deutschland und ganz Europa sind zu ihren Aufmärschen/Konferenzen bereits eingeladen. Wir stellen uns allen RassistInnen und NeofaschistInnen entgegen, egal woher sie kommen!
1. März 2010:
Horst stellt sich quer - gewaltfreier Protest gegen Pro NRW
Die rechtspopulistische Partei “Pro NRW” kündigt für den 26. März 2010 um 12:00 Uhr vor der Moschee an der Fischerstrasse 154 in Horst eine so genannte “Mahnwache” an. “Wir wollen diskutieren, wie wir in Horst gewaltfreien Protest gegen den Rassismus der “pro NRW” organisieren können. Denkbar wäre auch ein Marsch durch Horst-Süd zur Moschee an der Fischerstrasse” so der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum, der den Protest initiiert.
Wir laden zur Bürgerversammlung ein, um gemeinsam einen gewaltfreien Protest am 26. März gegen die rechtspopulistische “pro-NRW” Aktivitäten in Gelsenkirchen-Horst zu organisieren.
Bürgerversammlung in Horst
Wo: Gaststätte Norkus, Gelsenkirchen-Horst, Devensstrasse 121
Wann: Dienstag, den 9. März um 19:00 Uhr
Die selbsternannte Bürgerbewegung “pro NRW” will mit ihrer “Minarett-Verbotsforderung” unser friedliches Zusammenleben zerstören. Wir sind dagegen, dass die Herkunft und Religion unserer Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen von “pro NRW” instrumentalisiert wird. Wir wehren uns gegen die menschenverachtende Propaganda der pro’ler! Deshalb erklären wir: Rassismus ist bei uns unerwünscht!
27. Februar 2010:
Schamlose Vergleiche - Stadtverordneter der “pro NRW” vergleicht sich mit jüdischen Opfern des Nazi-Terrors
In einem Antrag vom 25.2.2010 auf eine Resolution des Stadtrates Gelsenkirchen sieht sich der Stadtverordnete Kevin G. Hauer einer (Zitat) “linksradikalen Hetze, die den SA-Methoden gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland in nichts nachsteht”, ausgesetzt. In dem Antrag heißt es weiter: “Die Stigmatisierung von Menschen durch die Antifa erinnert an die Verfolgung der jüdischen Menschen in Deutschland in der Zeit der Diktatur.”
Hintergrund des Antrages ist eine Aktion, die am 24.2.2010 stattfand. Unbekannte hatten im Wohnumfeld Hauers in Beckhausen Flugblätter verteilt, die neben dem Bild Hauers auch seine Anschrift und Telefonnummer enthielten. Vor Hauers Wohnanschrift wurden Transparente mit Aufschriften wie zum Beispiel “Keine Ruhe für Rassisten” gezeigt.
Im dem an den Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski gerichteten Antrag heißt es weiter: “Die Transparente erinnerten an eine Zeit, in der gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland gehetzt wurde. Die Aussagen auf den Transparenten und den Flugblättern sind mit der Aussage gleichzusetzen: „Kauft nicht bei Juden!“. Unterzeichnet haben den Antrag Hauer und Stefanie Wohlfarth, die als “pro-NRW” Fraktionsgeschäftsführerin in Gelsenkirchen fungiert.
Mit welcher unglaublichen Kaltschnäuzigkeit und Respektlosigkeit sich der Rechtspopulist Kevin G. Hauer hier mit jüdischen NS-Opfern vergleicht, ist infam und verhöhnt die Menschen, die von dem nationalsozialistischen Terror-Regime verfolgt, entrechtet, gequält und ermordet worden sind. Diese erschreckenden Vergleiche von Hauer sind ein Schlag ins Gesicht der Holocaust-Überlebenden und zeugen von einer grenzdebilen Geisteshaltung.
25. Februar 2010:
Flugblatt-Aktion NO NAZIS 2010 - Türkisch und Deutsch
Die Aktion findet schwerpunktmäßig jeweils Freitags und Samstags im Ortsteil Horst statt. Damit wollen die Initiatoren der Kampagne NO NAZIS 2010 die Bevölkerung im direkten Umfeld des Schloss Horst, wo ja bekanntlich am 26.3. eine der so genannten "Mahnwachen" der pro'ler vor der Moschee an der Fischertstrasse 154 und am 27. März der Parteitag und die so genannte "Anti-Minarett-Konferent" der "pro NRW" stattfinden soll, sensibilisieren und informieren.
Nazilere hayir!
Pro NRW: Kuzu postundaki kurt
Asiri sag Pro NRW, 27 Mart’ta yapacagi parti kongresi çerçevesinde Gelsenkirchen’in taninmis yeri olan Schloss Horst’ta bir Anti Islam Konferansi düzenleyecek. Pro NRW halkin içinde Müslümanlara karsi varolan korku ve önyargilari politik amaçlari için pekistirmeyi ve böylece Mayis ayinda yapilacak eyalet seçimlerinde oy toplamayi amaçliyor. Irkçi siddet hepimizi ilgilendiriyor bu nedenle hep birlikte ProNRW’ye dur demeliyiz! Kendini Kuzey Ren Vestfalya için Halk Hareketi olarak niteleyen Pro NRW’nin asiri sag bir örgüt oldugu artik herkes tarafindan biliniyor. Ancak simdilerde Müslümanlara ve onlarin dini vecibelerini yerine getirmelerine karsi yaptigi etkinliklerle iyice NPD’ye yaklasti.
Camiler önünde yapilacagi açiklanan uyari nöbetleri, Almanya’da fasizm döneminde Musevilere ait dükkanlarin önünde yapilan yürüyüsleri korkuyla hatirlatiyor.
Irkçiliga karsi çikmak ve Pro NRW’ye dur demek için 27 Mart’ta Schloss Horst’un önündeki Josef-Büscher-Platz’da saat 09.00-17.00 arasinda yapilacak mitinge katilalim!
Pro NRW - Der Wolf im Schafspelz
Im Rahmen eines “Parteitages” plant die rechtsextreme Gruppierung „pro NRW“ am 27. März 2010 eine “Anti-Islam-Konferenz” im Schloss Horst, der “guten Stube” von Gelsenkirchen. Die rassistische Hetze von “pro-NRW” zielt darauf ab, die Vorurteile und Ängste gegenüber Menschen islamischen Glaubens zu nutzen und für ihre politischen Ziele zu Instrumentalisieren.
Zentrale Gegenkundgebung am Samstag 27. März 2010 von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz vor Schloss Horst
Das geht uns alle an - Rechte Gewalt kann jeden treffen!
Dass die so genannte “Bürgerbewegung Pro NRW” mit ihren platten Parolen weit rechts steht, ist längst kein Geheimnis mehr. Die aktuellen Aktivitäten haben allerdings eine neue Qualität: Mit der Kampfansage von “pro NRW” an Muslime und deren Religionsausübung nähern sich die Pro’ler immer mehr der NPD an. Die angekündigte Durchführung von “Mahnwachen” vor Moscheen weckt beklemmende Erinnerungen an eine Zeit, in der die Nazis vor jüdischen Geschäften aufmarschiert sind.
24. Februar 2010:
Medienmitteilung Gelsenzentrum e.V. 11/2010:
Die Reihen fest geschlossen - Vlaams Belang unterstützt pro NRW nun auch in Gelsenkirchen
Eine große Delegation der flämischen Volkspartei Vlaams Belang wird zusammen mit dem eigenen “Ordnungsdienst” und einer Bühnen- und Technikcrew bereits am 27. März im Ruhrgebiet eintreffen. Vlaams Belang wird umfangreich an der Anti-Minarett-Konferenz mitwirken.
Die “Vlaams Belang” wird im In- und Ausland vor allem wegen Ihrer Fremdenfeindlichkeit kritisiert, ihr werden Hassparolen gegen Ausländer und Rechtsextremismus vorgeworfen. Die so genannten Rechtsdemokraten aus Belgien sind breits bei dem ersten Anti-Islamisierungskongress auf dem Kölner Heumarkt zum Einsatz gekommen. Die flämischen Rechtspopulisten stellen auch den „Ordnungsdienst“ bei den geplanten Veranstaltungen der pro'ler.
Der angekündigte “Ordnungsdienst” weckt unwillkürlich Erinnerungen an eine dunkle Zeit - damals hieß der Ordnungsdienst allerdings noch “Saalschutz”. Wie die geplante Unterstützung am letzten März-Wochenende in Gelsenkirchen und anderswo ausehen wird, bleibt abzuwarten.
Wir rufen daher auf: Kommt am 27. März 2010 zur Gegendemonstation NO NAZIS 2010 nach Gelsenkirchen-Horst!
ARTIK NAZILERE DUR DEME ZAMANI GELDI!
ÖZGÜRLÜK ESITLIK VE KARDESLIK IÇIN BU IRKÇILARA GEÇIT VERMEMEMIZ GEREKIYOR BUGÜNÜMÜZ VE INSANCA BIR GELECEGIMIZ IÇIN
HAYDI HEP BERABER SOKAKLARA!
Setzen wir der menschenverachtenden Hetze der Nazis unseren Widerstand entgegen!
Setzen wir ihrem Rassismus unsere Forderung nach Gleichberechtigung, Freiheit und Respekt entgegen!
Kommt Alle: Nazis Stoppen!
Eingebunden in die Aktivitäten der Stadt Essen als Kulturhauptstadt Europas 2010 und unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, werden vom 19. - 21. März 2010 im Vorfeld der New Yorker Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages ein internationaler Kongress "Unsere Zukunft atomwaffenfrei" mit prominenten Politikern, Völkerrechtsexperten, Publizisten und Vertretern der weltweiten nuklearen Abrüstung, sowie eine Kulturveranstaltung "Künstler für den Frieden" geplant.
Von der Kulturhauptstadt 2010 soll die Botschaft an die internationale Öffentlichkeit und die Nichtverbreitungskonferenz 2010 ausgehen: "Atomwaffen abschaffen - Unsere Zukunft atomwaffenfrei!".
Termin 27.Februar 2010: Konferenz Internationale Solidarität gegen nationalen Kleingeist
29. Antifaschistische Landeskonferenz steht bevor - Landtagswahlkampf macht antifaschistisches Engagement notwendig
Seit über 30 Jahren organisiert ein Vorbereitungskreis die Konferenzen antifaschistischer Initiativen und Organisationen in NRW. Auf Bitten des VVN-BdA-Landesausschusses legte er jetzt eine Konzeption für die 29. Konferenz vor, die am 27. Februar in Duisburg geplant ist. Dort soll die Zusammenarbeit mit der türkischen demokratischen Bewegung der Arbeitervereine DIDF verstärkt werden, ferner sind die Vereinigungen der Sinti und Roma eingeladen. Zudem wird das Projekt von der Absicht bestimmt, "proNRW" im Ruhrgebiet zu stoppen, die im Ruhrgebiet einen neuen Anti-Islamistenkongress veranstalten möchte, um das ganze mit einem Marsch gegen die Duisburger Moschee zu krönen. "Das macht unsere Konferenz und den Veranstaltungsort noch aktueller", sagte uns Kurt Heiler vom Vorbereitungskreis. Er schlägt das Motto "Internationale Solidarität gegen nationalen Kleingeist" vor.
Internationale Solidarität gegen den nationalen Kleingeist - 29. Antifaschistische Landeskonferenz. Ort der Konferenz ist das Internationale Zentrum Duisburg am Flachsmarkt 15.
Was ist ein FlashMob? Zum exakt vereinbarten Termin treffen sich die TeilnehmerInnen am angegebenen Ort, und führen – ohne weitere Absprache – gemeinsam die vorgegebene FlashMob-Aktion aus. Direkt nach dem Event geht jeder wieder seiner Wege, als ob nichts gewesen wäre. Die Nazis werden sich wundern...
Der FlashMob findet am 27. März 2010 auf dem Josef-Büscher-Platz in Gelsenkirchen vor Schloss Horst statt. An diesem Tag findet im Schloss Horst ein so genannte "Parteitag" der selbsternannten "Bürgerbewegung pro NRW" statt. Die braunen Dumpfbacken halten an diesem Tag auch eine so genannte "Anti-Islam-Konferenz" im Schloss ab. Seid um 11:55 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz, bringt Pfeifen Trommeln, Topfdeckel usw. mit. Beginnt pünktlich um 12:00 Uhr für drei Minuten mit dem Lärm gegen die Nazis, seid viele, die Masse macht's! Das FlashMob-Event wird auch in verschiedenen Communities bekanntgegeben. Bitte agiert präzise wie beschrieben, der Effekt wird erstaunlich sein!
06. Februar 2010:
Einladung anlässlich des 100. Internationalen Frauentages
Am Sonntag, den 07. März 2010 ab ab 14:00 Uhr. Wir möchten gemütlich bei Kaffee, Tee oder anderen Getränken diesen Tag mit all unseren Gästen und Freunden genießen. Wo? In der Alternative e.V. Overwegstrasse 53, Ecke Florastrasse.
Der Frauenchor der Alternative singt mit instrumentaler Begleitung
Gedichte und Geschichten, vorgetragen von Frauen für Frauen
Redebeitrag Marianne Konze: "100 Jahre Frauentag"
Unsere Männer kümmern sich um das leibliche Wohl der Frauen
Veranstalter: LinkeAlternative GE - VVN - DKP - Alternative e.V.
05. Februar 2010:
Veranstaltung und Kundgebung NO NAZIS 2010
am 27. März 2010 in Gelsenkirchen
Wir wollen friedlichen, demokratischen Protest gegen faschistoide Aktivitäten mobilisieren, für den 27.3.2010 hat der gemeinnützige, überparteiliche Verein GELSENZENTRUM auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Schloss Horst eine Gegenkundgebung von 9:00 bis 17:00 Uhr unter dem Motto "NO NAZIS 2010" versammlungsrechtlich angemeldet.
Veranstaltungsplakat der Kampagne NO NAZIS 2010. Ein Projekt von GELSENZENTRUM E.V. Gelsenkirchen
02. Februar 2010:
NO NAZIS 2010: Unterschriften-Aktion online
Unterschriften-Aktion gegen die Aktivitäten von Pro NRW in Gelsenkirchen und Duisburg
Wir wollen friedlichen, demokratischen Protest gegen faschistoide Aktivitäten der so genannten “Bürgerbewegung Pro NRW” mobilisieren. Für den 27. März 2010 hat GELSENZENTRUM auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Schloss Horst in Gelsenkirchen eine Gegenkundgebung unter dem Motto “NO NAZIS” versammlungsrechtlich angemeldet. Deshalb rufen wir zum Protest auf, sich diesem Treiben von Pro NRW entgegenzustellen und deutlich zu machen, dass in dieser Stadt kein Platz für nazistische Aktivitäten ist.
Hier können Sie den Protest gegen Pro NRW online unterstützen:
"Gemeinsam Gedenken" am Holocaust-Gedenktag in Gelsenkirchen
Bild: Schweigemarsch am Internationalen Holocaust-Gedenktag 2010 in Gelsenkirchen
Die Witterungsverhältnisse erinnerten an die Nacht vor 68 Jahren, an den 27. Januar 1942 in Gelsenkirchen. Von Zeitzeugen, die in jener Nacht vom Sammellager an der Wildenbruchstrasse (ehemalige Ausstellungshalle) zum Güterbahnhof getrieben wurden, wissen wir, das es in jener Nacht ebenfalls bitterkalt war. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Veranstaltung "Gemeinsam Gedenken" hatten sich an der Wildenbruchstrasse/Ecke Fontanestrasse versammelt, um in einem Schweigezug den Weg zu gehen, den die Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 gehen mußten, bevor die Nazis
die Menschen in den wartenden Deportationszug trieben. Unweit des alten Güterbahnhofs begingen die Anwesenden dann gemeinsam den Holocaust-Gedenktag. Eröffnet wurde die Gedenkveranstaltung von Heike Jordan, Projektleiterin des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen mit dem Vortrag des Gedichtes "Schlaflied für Daniel" von Siegfried Einstein, gefolgt von der Begrüßung durch Andreas Jordan vom Verein GELSENZENTRUM, der anschließend auch das Grußwort des 2. Vorsitzenden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen, Herr Roman Franz jr. zur Gedenkveranstaltung "Gemeinsam Gedenken" und zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz verlas, da Herr Franz krankheitsbedingt nicht persönlich teilnehmen konnte.
Lothar Wickermann sprach für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA). Die Veranstaltung schloß mit der Rede von Elena Gubenko vom jüdischen Kulturverein KINOR, die auch Grußworte von Lew Belogolowski, einem der letzten in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteranen der Roten Armee und von Felix Lipski (Bochum), einem Überlebenden des Ghettos Minsk, überbrachte.
Gelsenkirchen: Rechtsextreme tagen mal wieder in Schloss Horst
Im Rahmen eines Parteitages plant die rechtsextreme Gruppierung Pro NRW am 27. März 2010 eine "Anti-Islam-Konferenz" im Schloss Horst, der “guten Stube” von Gelsenkirchen. Gelsenzentrum e.V. plant eine Gegen-Kundgebung unter dem Motto “NO NAZIS” auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst und hat diese bereits angemeldet. Wie bereits am 14. Juni des Vorjahres - seinerzeit tagte Pro NRW ebenfalls im Schloss Horst - regt sich breiter gesellschaftlicher Widerstand gegen die Aktivitäten von Pro NRW. So planen die Rechtsextremen Mahnwachen und Kundgebungen vor Moscheen in mehreren Städten. In Gelsenkirchen ist für den 26. März vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Horst eine Kundgebung der Rechtsextremen Gruppierung geplant. “Wir müssen deutlich zeigen, das die alten und neuen Nazis nicht willkommen sind - in Gelsenkirchen wie anderswo!” so die Sprecherin des Gelsenzentrum e.V., Heike Jordan.
Gemeinsam Gedenken am 27. Januar 2010 - Internationaler Holocaust Gedenktag
Der Verein GELSENZENTRUM E.V. lädt zu einer Gedenkveranstaltung "Gemeinsam Gedenken" in Gelsenkirchen am Internationalen Holocaust Gedenktag - 27. Januar 2010 - ein. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr mit dem Treffen an der Wildenbruch- Ecke Fontanestrasse, anschließend ist ein Schweigezug zur Verladerampe am Großmarkt geplant. Dort wird dann das Gemeinsame Gedenken mit verschiedenen Redebeiträgen ergänzt und findet dort auch ihren Abschluß.
20. Januar 2010:
Doris Gercke begeisterte Zuhörer und Zuhörerinnen
Gebannt verfolgten die zahlreichen Zuhörer den Worten von Doris Gercke. Zum Auftakt der Lesung aus Ihrem Roman "Pasewalk" erzählte die Autorin aus Ihrem Leben. Die am 7. Februar 1937 in Greifswald geborene Schriftstellerin lebte bis 1949 in der Stadt kurz vor der polnischen Grenze. Ende April 1945 wurde Greifswald von russischen Bombern zerstört, Doris und Ihre Familie gingen nach Hamburg. Ihren Traum von einem Jurastudium, ihren Jugendtraum, Strafverteidigerin werden, mußte Sie in dieser Zeit aufgeben und wurde Verwaltungsbeamtin. Aktiv nahm sie an der 68er-Bewegung teil, machte 1980 ihr Abitur nach und studierte Jura. In den Semesterferien schrieb sie ihren ersten Roman aus der Bella Block-Reihe "Weinschröter, du mußt hängen". In den folgenden Jahren schrieb sie insgesamt 13 weitere Romane in der Buchreihe "Bella Block", die teilweise verfilmt wurden. Der 14. Titel der Reihe Bella Block wird im Herbst 2010 erscheinen.
Die Autorin nutzt ihren Aufenthalt in Gelsenkirchen auch für Recherchen zu einem geplanten Kurzroman, der von einem Verbrechen in Gelsenkirchen handeln soll. In dieser Reihe sind bereits erschienen: "Mord am Hellweg oder: Von Glück und Tod", "Der Richter von Unna" und "Die Huren von Hagen". In den Roman "Pasewalk", eine Geschichte von Verbrechen, Sühne und Versöhnung, hat die Autorin ihre eigenen Erinnerung an ihre Kindheit und Jugend einfließen lassen. In dem Roman "Pasewalk" erzählt Doris Gercke eine Geschichte von Verbrechen, Sühne und Versöhnung in der jüngeren Vergangenheit: Die junge Anwältin Lisa verachtet ihre Großmutter Dora, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Damit ihre Enkelin die Tat versteht, schickt Dora sie nach Pasewalk, in die Stadt, wo die Familie seit Generationen gelebt hat. Hier wird die Vergangenheit für Lisa plötzlich zur schrecklichen Gegenwart. "Pasewalk" - Sehr empfehlenswert!
"Pasewalk" - Eine deutsche Geschichte. Am 19. Januar 2010 um 19:00 Uhr liest Doris Gercke in den Räumen der Alternative e.V. Overwegstraße 53, 45879 Gelsenkirchen - Telefon 0209-1476302 aus ihrem neuen Buch "Pasewalk". Wir laden herzlich dazu ein: Linke Alternative Gelsenkirchen, DKP Gelsenkirchen, VVN/BdA Gelsenkirchen
14. Januar 2010:
Zwei Stolpersteine für Helene Lewek
Für Helene Lewek werden am 9. Februar 2010 zwei Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt. Ein Stolperstein wird am Standort der ehemaligen Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse 31 verlegt, dort entzog sich Helene Lewek der Deportation, in dem Sie die Flucht in den Tod wählte. Dieser Stolperstein wird auch an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen erinnern, die in der Ausstellungshalle gesammelt wurden, bevor man Sie am 27. Januar 1942 nach Riga in Lettland deportierte. Die meisten von ihnen wurden in Riga von den Nazis ermordet, nur einige wenige überlebten das Grauen. Der zweite Stolperstein wird am letzten selbstgewählten Wohnort von Helene Lewek am damaligen Moltkeplatz 6, dem heutigen Neustadtplatz 6, verlegt.
04. Januar 2010:
Der Newsletter Januar 2010 des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen wurde heute per Email verschickt und kann hier auch als PDF-Datei abgerufen werden.
Stolpersteine in Gelsenkirchen - Verlegungen am 9. Februar 2010
Jeder Name ist eine Person, Jeder Name ist eine Seele
Passanten können sie nur mit gesenktem Blick identifizieren: die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. 20.000 Stück gibt es mittlerweile in Europa. Ein „Stolperstein” ist eine Erinnerung an ein Leben, dass das NS-Regime ausgelöscht hat. Der Arbeitskreis Stolpersteine des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM e.V. wird am Februar 2010 weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegen lassen.
Andreas Jordan, Initiator des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen, dem jüngst für seine Gedenkarbeit von Yad Vashem gedankt wurde: "2009 haben wir die ersten sechs Stolperteine in Gelsenkirchen verlegt, der Arbeitskreis Stolpersteine des GELSENZENTRUM e.V. recherchierte weitere Lebensschicksale von NS-Opfern aus unserer Stadt, so dass im Februar 2010 durch Gunter Demnig, dem “Vater” des Projektes weitere zwölf Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt werden können".
Die Messing-Gedenktafeln werden flächenbündig in die Gehwege vor den Häusern, in denen die Menschen einst gelebt haben, eingelassen. “Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen über die Stolpersteine. Und wenn man den Namen lesen will, muss man sich vor dem Opfer automatisch verbeugen”, so der Kölner Künstler Gunter Demnig. Finanziert werden die Stolpersteine durch Patenschaften, die von Privatleuten, Institutionen, Firmen, Vereinen und Verbänden übernommen werden können.
Am 9. Februar 2010 werden in Gelsenkirchen Stolpersteine für diese Menschen verlegt:
Charles Ganty
Verlegeort : Am Bugapark 1 - 9:00 Uhr
Paul Bukowski
Verlegeort: Zollvereinstrasse 4 - 9:20 Uhr
Sally Haase, Carola Haase, geborene Cossmann und Ingrid Haase
Verlegeort: Kurt-Schumacher-Strasse 10 - 9:40 Uhr
Margit Zorek und Annemarie Zorek
Verlegeort: Augustastrase 7 - 10:40 Uhr
Paul Grüneberg, Helene Grüneberg georene Levy, Helene "Hella" Grüneberg
Verlegeort: Hauptstrasse 16 - 11:00 Uhr
(Die angegebenen Uhrzeiten der jeweiligen Verlegung können ggf. abweichen)
"Mit der Verlegung eines jeden Stolpersteines kehren die Namen der Menschen in unser Bewußtsein zurück. Erst wenn auch die letzten Spuren der Menschen vergessen sind, haben die Mörder von damals ihr Werk vollendet."
Heike Jordan, Projektleiterin des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen
5. Dezember 2009:
Vortrag: Stolpersteine gegen das Vergessen
Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat die Einladung des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM E. V. angenommen und wird über die Entwicklung seines Projektes "Stolpersteine - gegen das Vergessen" sprechen. Der Vortrag ist auch Auftakt für die am nachfolgenden Tage in Gelsenkirchen stattfindenden Stolperstein-Verlegungen. Vortragsdauer ca. 50 Minuten. Anschließend besteht die Möglichkeit, dem Künstler Gunter Demnig Fragen zum Gesamtprojekt zu stellen.
Eintritt Frei
Veranstaltungsbeginn: 8. Februar 2010, 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Kulturraum "die flora", Gelsenkirchen, Florastraße 26
Nazi-Aufmarsch in Recklinghausen am 28. November verhindern
Gezielte Einschüchterung und Angstmache sind die Taktik der Rechtsradikalen, die zu einer Demonstration am 28. November in Recklinghausen aufrufen. Die Organisatoren sind das Umfeld der Nazibande, die in Dortmund Familien terrorisiert. Zerschlagene Autoscheiben und Angriffe auf Wohnungen von Demokraten sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gewaltrepertoire der Organisatoren der Nazi-Demonstration. In ihrem Visier stehen Antifaschisten, Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften.
Mit ihren jüngsten Angriffen in Dortmund haben die Nazis Menschen getroffen, die zu leben versuchen, was Politik und Medien, Kanzel und Podium, Gericht und Polizei ständig fordern: Gesicht zeigen, Zivilcourage haben, der Unkultur widerstehen. Die neuen Nazis verfolgen, wie es die alten taten, antifaschistisch engagierte Menschen in der Absicht, ihnen den Schneid abzukaufen, sie zu verängstigen und sie letztlich zu vertreiben.
Die Losung „Wehret den Anfängen“ ist für die Kreisvereinigung der Verinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Leitfaden, um den Nazis keine Spielräume einzuräumen und gemeinsam mit allen anderen demokratischen Kräften der Nazi-Povokation am 28. November entgegenzutreten.
(Erklärung der VVN-BdA - Stadtvereinigung Recklinghausen)
Der VVN/BdA Gelsenkirchen nimmt an der Gegenkundgebung teil. Treffpunkt am 28. November um 10:00 Uhr vor dem Rathaus in Recklinghausen. Mitfahrgelegenheiten GE-RE vorhanden.
20. Oktober 2009:
Dortmund: Familie E. - Allein unter Rechten
Das WDR-Politmagazin "Monitor" hat einen erschreckenden Bericht über Neonazis in Dortmund gedreht, bei dem deutlich wird, dass einige zivilgesellschaftlich Engagierte von der Polizei mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen allein gelassen werden. Die Neonazis selber betonen, die Polizei sei "Freund und Helfer".
29. Oktober 2009:
Gedenken am 9. November 2009
Demonstration & Kundgebung der Demokratischen Initiative Gelsenkirchen
am 9. November 2009 zum Gedenken an die Pogrome in der so genannten Reichskristallnacht
18.30 Uhr: Treffen auf dem Rudolf-Bertram-Platz vor dem Horster St. Josef-Hospital, Buerer Straße. Gesangsbeitrag von Frau Yael Izkovic, anschließend Schweigezug zum Schloss Horst
19.00 Uhr: Kundgebung in der Glashalle von Schloss Horst, Gedenkrede des Oberbürgermeisters der Stadt Gelsenkirchen, Herrn Frank Baranowski, Erstaufführung des Videoclips „hier Name“ der Gelsenkirchener Künstlerin Claudia Lüke, Auszüge aus dem Erinnerungsprojekt „Spurensucher“ der Gesamtschule Buer-Mitte
Wir rufen alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener auf: Beziehen Sie mit Ihrer Teilnahme an der Demonstration und Kundgebung Stellung!
Veranstalter: Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie - Gelsenkirchen
1. September 2009:
ONLINE: Stolpersteine Gelsenkirchen - Der Film
Diese ergreifende Dokumentation der ersten Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen am 13. Juli 2009 hat pito auf eine ganz besonders einfühlsame Art und Weise videografisch in Szene gesetzt. Die Stolpersteine sind ein weiterer Meilenstein in der Gelsenkirchener Erinnerungskultur. An diesem denkwürdigen Tag, dem 13. Juli 2009, haben wir, die Initiatoren, Förderer und Paten, gemeinsam Stadtgeschichte geschrieben.
Anlässlich des 70. Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf Polen am 1. September 1939 ruft GELSENZENTRUM e.V. zu einer Schweigeminute für die polnischen Opfer der NS-Diktatur auf. Wir wollen am 1. September 2009 um 12:00 Uhr innehalten und den Toten gedenken. Diese Geste soll auch ein Zeichen für die Polnisch-Deutsche Aussöhnung, besonders unter Hinblick auf die Städtepartnerschaft Gelsenkirchens mit Olsztyń sein.
Mit der Stadt Olsztyń ist die Stadt Gelsenkirchen bereits seit Jahrzehnten befreundet. Im Jahre 1952 ist zunächst eine Patenschaft über Olsztyń entstanden, mit der das Zusammengehörigkeitsgefühl der vielen in Gelsenkirchen lebenden Vertriebenen mit ihrer Heimatstadt gepflegt wurde. Diese Patenschaft wurde, auch vor dem Hintergrund des Deutsch-Polnischen Vertrages vom 18. Juni 1991 über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, im Jahre 1992 in eine Städtepartnerschaft umgewandelt.
2. August 2009:
Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma in Auschwitz
P R E S S E E R K L Ä R U N G
65. Jahrestag der Mordaktion der SS am 2. August 1944
Wirksame Maßnahmen gegen rassistische Gewalt und Hetze gefordert
Eine Delegation von 120 Personen aus Deutschland – unter ihnen mehr als 50 KZ-Überlebende – nimmt am 2. August unter Leitung des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, an dem Internationalen Auschwitz-Gedenktag der Sinti und Roma teil. Aufgrund Himmlers “Auschwitz-Erlass” vom 16. Dezember 1942 deportierte die SS 23.000 Sinti und Roma familienweise aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Am 2. August 1944, vor 65 Jahren, ermordete die SS dort in den Gaskammern die letzten 2.900 Sinti und Roma - Kinder, ihre Mütter und Alte. Zuvor von SS-Ärzten noch als “arbeitsfähig” selektierte 3.000 Sinti und Roma kamen als Sklavenarbeiter in andere Konzentrationslager wie Buchenwald und Ravensbrück. Im besetzten Europa wurden 500.000 Roma und Sinti Opfer des Holocaust.
In der Gedenkansprache „appelliert“ Romani Rose „an diesem historischen Ort an die politisch Verantwortlichen, rassistische Gewalt gegen Roma und Sinti endlich ebenso konsequent zu ächten wie den Antisemitismus“. Der Zentralratsvorsitzende forderte außerdem wirksame Maßnahmen gegen die menschenverachtende Propaganda durch Neonazis im Internet. Gemeinsam müssten auf der internationalen Ebene durch Internet-Industrie und staatliche Stellen Schritte vereinbart werden, mit denen Aufrufe zur Gewalt gegen die Minderheit aus dem Netz beseitigt werden können. Rose kritisierte auch Politiker bürgerlicher Parteien, die in populistischer Manier mit rassistischen Klischees und Zerrbildern über Sinti und Roma in vielen Ländern Europas auf Stimmenfang gingen.
Die Sprecherin der Auschwitz-Überlebenden, Luise Bäcker, äußerte Dank und Respekt für die alliierten Soldaten, die sie „aus dieser Hölle befreit“ haben. Zu der um 12.00 Uhr beginnenden Veranstaltung erwarten der Zentralrat und der Verband der polnischen Roma mehrere hundert Sinti und Roma aus vielen Ländern Europas. Die Reise der deutschen Delegation zu dem Internationalen Gedenktag in Auschwitz wurde von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dem Auswärtigen Amt, von dem Fonds “Erinnerung und Zukunft” und dem „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ gefördert.
23. Juli 2009:
Ankündigung: Gegen Krieg und Faschismus-Festival 2009 am 22.8.2009 in Gelsenkirchen
Picasso Brackwasser (Gelsenkirchen)
Abrupt (Göttingen)
Los Placebos (Ruhrgebiet)
Fashion Killers (Gelsenkirchen)
DiE WuT (Gelsenkirchen)
Bild: Stolperstein für Regina Spanier vor dem Haus Florastrasse 84
Am 13. Juli wurden an drei Verlegeorten in Gelsenkirchen 6 Stolpersteine für jüdische Opfer der Shoa verlegt, an der Markenstrasse 19 in Horst für Simon und Frieda Neudorf, an der Florastrasse 84 für Regina Spanier und an der Kolpingstrasse in der City für Fritz und Grete Goldschmidt sowie für Mathilde Wertheim geborene Goldschmidt. Sie alle wurden vom Sammelort auf dem Wildenbruchplatz (ehemamlige Ausstellungshalle) am 27. Januar 1942 in den Tod deportiert.
Im Rahmen einer kleinen Zeremonie wurde den ermordeten Menschen am Verlegeort gedacht, während der Künstler die Stolpersteine verlegte, verlas Andreas Jordan, Initiator des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen, die lebensgeschichtlichen Daten der Menschen. An der Markenstrasse verlas er Worte und Gedanken des überlebende Sohnes Herman Neudorf, der heute in den USA lebt. Eine rote Rose mit schwarzer Schleife wird auf auf den Gehweg niedergelegt, anschließend beteten Yuriy Zemskyi bzw. Mirjam Lübke das jüdische Totengebet “El male rachamim” für die auf dem Stolperstein genannten Menschen. Während der Gebete schien die Zeit still zu stehen. Zwei Schülerinnen der Gerhard-Hauptmann Realschule, Jennifer und Franziska, begleiteten für Radio Herby (Radioprojekt der Schule) die gesamte Veranstaltung mit dem Mikrofon und interviewten Teilnehmer und Teilnehmerinnen. An der Florastrasse 84 verlas die Patin des Stolpersteins für Regina Spanier, Frau Elisabeth Schulte-Huxel Auszüge aus der Lebensgeschichte von Regina Spanier und übermittelte Grüße und Dank der überlebeneden Enkelin, Frau Ilse Reifeisen-Hallin, die heute in Schweden lebt.
Esther Goldschmidt, die zur Verlegung eigens aus Flensburg angereist war, verlas am Verlegeort an der Kolpingstrasse 6 einen Brief, den Sie an Ihre sel. Angehörigen Fritz und Grete Goldschmidt sowie Mathilde “Tilla” Wertheim, geborene Goldschmidt gerichtet hatte. Bewegende Zeilen, bei denen viele der Teilnehmer und Zuschauer Ihre Emotionen kaum verbergen konnten, es flossen Tränen.
Die an den Verlegungen anschließende Matinee im Bildungszentrum bildete den Abschluß dieses denkwürdigen Tages. Lothar Lange von den gelsenkirchener geschichten führte durch die Abschlußveranstaltung. Gunter Demnig erläuterte sein Projekt Stolpersteine, Peter Rose, Kulturdezernent a.D. erinnerte an den Nazi-Terror, Frau Schulte-Huxel berichtete aus dem Leben von Regina Spanier, Andreas Jordan fasste die Entwicklung seiner Bemühungen um das Stolperstein-Projekt zusammen und Esther Goldschmidt las aus den Briefen, die Ihre Tante Hilde Laut, die heute in den USA lebt, 67 Jahre aufbewahrt hatte. Briefe der Menschen, die kurz vor Ihrer Deportation und anschließender Ermordung verfasst worden sind.
Es war ein besonderer Tag für unsere Stadt, für die wenigen noch lebenden Menschen, die das Grauen des Nazi-Terrors überleben konnten und für die TeilnehmerInnen der Veranstaltungen. Menschen, die eine Patenschaft übernehmen wollen, oder das projekt mit einer Spende unterstützen wollen, wenden sich bitte an den Arbeitskreis Stolpersteine für Gelsenkirchen, Ansprechpartner ist Andreas Jordan. Ein nächster Termin für die Verlegung weiterer Stolpersteine in Gelsenkirchen ist für Februar 2010 geplant.
Auf der Internetpräsenz des Arbeitskreises Stolpersteine Gelsenkirchen findet ihr Bilder von den Verlegungen sowie alle Redebeiträge der Veranstaltung.
So wie der Kölner Künstler Gunter Demnig in fast
500 europäischen Städten schon mehr als zwanzigtausend Stolpersteine gegen das Vergessen der im Nationalsozialismus ermordeten Menschen verlegt hat, wird er am Montag, den 13. Juli 2009 nun auch in Gelsenkirchen die ersten sechs Stolpersteine verlegen.
Die Stolpersteine sind mit einer Messingplatte versehen und werden
niveaugleich in die Gehwegpflasterung eingelassen. Auf jeder Platte sind
Name, Geburts- und Todesjahr, sowie der Todesort des Opfers eingraviert.
Die Steine werden verlegt, wo die Menschen einst wohnten und ihren
Lebensmittelpunkt hatten. Mit der ersten Verlegung in Gelsenkirchen wird
auf sechs jüdische Opfer des Holocaust hingewiesen. Dadurch bleiben
diese "ehemaligen Nachbarn" keine namenlosen Opfer, sondern Menschen
deren Namen ins Gedächtnis der Stadt zurückkehren.
Die Verlegung beginnt um 9 Uhr in Horst vor dem Haus Markenstraße 19 mit zwei Steinen für
Frieda und Simon Neudorf.
Anschließend wird um 9.45 Uhr vor dem Haus Florastraße 84 ein Stein für
Regina Spanier verlegt.
Die Verlegung wird begleitet von einer jüdischen Vorbeterin und einem Vorbeter, die jeweils für die Opfer das
Kaddisch sprechen, sowie von kurzen
biographischen Hinweisen zum Schicksal der einzelnen Menschen. Für Fragen interessierter Passanten wird ebenfalls ein Ansprechpartner vor
Ort sein.
Die Verlegung wird um 11 Uhr im Bildungszentrum mit einer kleinen Matinee abgeschlossen,
Esther Goldschmidt, eine
in Herne geborene Verwandte von Grete und Fritz Goldschmidt, wird aus ihrem Buch "Vergangene Gegenwart" lesen. Auch der Künstler Gunter Demnig
wird über seine Idee und seine Arbeit sprechen. Ebenso werden Initiatoren und Unterstützer über Entwicklung, Umsetzung und Fortführung des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen als zivilgesellschaftliches, überparteiliches und überkonfessionelles Bürgerprojekt berichten. Die Verlegung weiterer Steine ist geplant. Die Kosten werden durch Spenden finanziert.
Zu allen Stationen der Verlegung und zur abschließenden Matinee im Bildungszentrum sind alle Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger der
Stadt eingeladen.
25. Juni 2009:
Ankündigung: Erste Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen am 13. Juli 2009
Geplante Verlegungszeiten, die Uhrzeiten können geringfügig abweichen
1. Markenstrasse 19, Horst um 9:00 Uhr
2. Florastrasse 84, Randbereich Innenstadt um 9:45 - 10:15 Uhr
3. Kolpingstrasse, Innenstadt um 10:30 - 11:00 Uhr
VVN/BdA Gelsenkirchen auf der Protestkundgebung gegen "pro-nrw"
Bild: Vertreter des VVN/BdA Gelsenkirchen auf der Protestkundgebung vor Schloss Horst zu Gelsenkirchen
Als wir am Nachmittag nach dem Protestmarsch die Veranstaltung gegen den so genannten Parteitag von "pro-nrw" verließen, hatten wir den Eindruck eines ruhigen und friedlichen Protests, der einen fast familieren Charakter hatte. Sehr befriedigend für uns, dabei gewesen zu sein und eindeutig Flagge gegen die braune Brut, gegen die Klein-Gehirn-Partei gezeigt zu haben. Besondere Freude machte es uns, das "offene Mikrofon" zu nutzen und so unseren Protest allen Anwesenden mitzuteilen und das Projekt "Stolpersteine in Gelsenkirchen" vorstellen zu können. Wir haben weitere Unterstützer für die Stolpersteine in Gelsenkirchen gewinnen können, Freunde getroffen, kurz: ein aus unserer Sicht gelungener Protest gegen Rechtsextreme und Rechtspopulisten des VVN/BdA Gelsenkirchen. Keinen Fußbreit Boden den Faschisten!
10. Juni 2009:
Aufruf von GELSENZENTRUM
Wir rufen auf zur Teilnahme an den Demonstrationen gegen Rechts am 14. Juni 2009 in Gelsenkirchen-Horst
Unter dem Motto "Zeichen setzen; Nicht wegsehen, hingehen!" appelieren wir an die BürgerInnen unserer Stadt: Bezieht Stellung gegen Rechts und nehmt an den Gegenveranstaltungen teil, die an diesem Tag von den verschiedensten Vereinen, Gruppierungen und Parteien organisiert werden!
Treffpunkt ab 9.00 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz (Marktplatz) vor Schloss Horst, der Protest und Widerstand soll gegen etwa 12-13 Uhr seinen Höhepunkt erreichen, zu dieser Zeit wird mit dem Eintreffen der Rechtspopulisten gerechnet.
7. Juni 2009:
Der Auftritt von "Thompson" und Gospodin Schulmann
Ultranationalist im Amphitheater Gelsenkirchen - eine Rückschau
GELSENKIRCHEN. Am heutigen Sonntag Abend fand im Amphitheater in Gelsenkirchen-Horst der Auftritt des umstrittenen Marko Percovic alis "Thompson" statt. Begleitet wurden die Vorbereitungen und der Auftritt selber von einem großen Aufgebot von privaten Sicherheitsleuten. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld angekündigt, beim Auftritt des umstrittenen kroatischen Sängers "Thompson" im Amphitheater präsent zu sein - auch mit Dolmetscher und war vor Ort.
Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen als Eigentümer des Amphitheaters hatte im Vorfeld nach offizeller Lesart versucht, den Auftritt des Ultranationalen Percovic zu verhindern. Das dass eher halbherzig war, macht ein Ausspruch von Stadtsprecher Schulmann deutlich, der sich in Kroatischer Sprache als Aufdruck auf dem virtuellen Veranstaltungsplakat wiederfindet, Zitat: Ein Konzert ohne Störungen sicherte der Sprecher des Gelsenkirchener Bürgermeisters, Herr Schulman, zu. Das erklärt wohl auch, warum aus dem Rathaus kein wirklicher Gegenwind kam.
Nebenbei stellte sich heraus, dass die Stadt in der Gestaltung des Pachtvertrages mit dem Veranstalter recht blauäugig vorgegangen ist, denn Sie kann nach eigenen Angaben als Eigentümerin des Amphitheaters keinerlei Einfluß auf die Programmgestaltung nehmen und hatte damit keine Handhabe, die Veranstaltung abzusagen, so wie in Bochum geschehen. Laut Stadtsprecher Schulmann "Kann man ja nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein."
7. Juni 2009:
Gemeinsam gegen Rechtspopulisten
AUF Gelsenkirchen spricht sich gegen Faschischten und Rechtspopulisten aus und lädt ebenfalls zur Kundgebung am 14. Juni 2009 vor dem Schloss zu Horst ein.
7. Juni 2009:
Aufruf und Einladung zur Gegendemo am 14.6.2009
Der Jüdische Kulturverein KINOR, die Demokratische Initiative Gelsenkirchen, das Bündnis 90/Die Grünen Gelsenkirchen, der VVN/BdA Gelsenkirchen, GELSENZENTRUM, das Bündnis gegen Rechts, die Falken und die Schokofront rufen auf:
Gegendemo am 14.6.2009, wir sollten ab 12.45 Uhr eine Präsenz im Bereich des Josef-Büscher-Platzes anstreben, da wir dann mit dem Eintreffen der Delegierten rechnen
29. Mai 2009:
Protest in Gelsenkirchen-Horst: Kein Platz für alte und neue Nazis!
Am 14. Juni 2009 will die so genannte "Bürgerbewegung Pro NRW" in Gelsenkirchen ihren Landes-Parteitag abhalten und hat dafür das Schloss Horst angemietet. Der Rat der Stadt Gelsenkirchen hat am 26. März 2009 mit großer Mehrheit die Überlassung der Räumlichkeiten im Schloss Horst an Pro NRW abgelehnt. Noch im vergangenen Jahr hatte in den Räumen von Schloß Horst der "Bezirksparteitag" des "Pro NRW"-Bezirksverbandes Ruhrgebiet stattgefunden.
Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, rufen verschiedene Verbände, Gruppen und Initiativen zu einer Protestkundgebung und Demonstration am 14. Juni 2009 in Gelsenkirchen, Ortsteil Horst auf. Die Kundgebung findet vor Schloss Horst statt.
Alle Gelsenkirchener und Gelsenkirchenerinnen sind eingeladen, teilzunehmen und Pro NRW stellvertretend für alle faschistischen Organisationen zu zeigen, dass hier in unserer Stadt für sie kein Platz ist. Braun Raus!
13. Mai 2009:
Stolpersteine in Gelsenkirchen - Der Boden ist bereitet
Heute erschien in der WAZ Gelsenkirchen ein ganzseitiger Artikel über die Stolpersteine in Gelsenkirchen. Lars Oliver Christoph hat wieder mal ganze Arbeit geleistet und einen sehr bemerkenswerten Bericht geschrieben. Das hat auch zur Folge, dass durch Überlastung aufgrund der hohen Zugriffszahlen die Internetpräsenzen des GELSENZENTRUM und der Stolpersteine Gelsenkirchen heute zeitweilig nicht zu erreichen sind.
An diesem Tag, dem 9. Mai 2009 gedenken wir der Opfer des zweiten Weltkrieges. Wir gedenken der russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die in Gelsenkirchen und anderswo Ihr Leben gelassen haben. Wir gedenken der verstorbenen Veteranen und Veteraninnen, die Ihren Lebensabend in Gelsenkirchen verbracht haben.
Zu Besuch bei Lew Belogolowski, jüdischer Veteran des Zeiten Weltkrieges
Der "Tag des Sieges" wird am 9. Mai auch in Gelsenkirchen begangen. Dieser Tag ist der wichtigste Tag im Jahr für viele der Menschen, die aus der ehemaligen Sowjwetunion zu uns nach Deutschland, nach Gelsenkirchen gekommen sind. Es ist ein Tag, an dem sie der Toten gedenken und die Kriegsveteranen ehren, der sie aber auch mit Stolz auf ihre Geschichte zurückblicken läßt. Am 9. Mai, dem 'Tag des Sieges' besuchten Andreas und Heike Jordan stellvetretend für GELSENZENTRUM, KINOR, VVN/BdA, Bündnis gegen Rechts, Schokofront und die Falken den in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteran Lew Belogolowski, um Grußworte zu überbringen. Die Idee hierzu hatte Elena Gubenko vom Jüdischen Kulturverein KINOR, die auch den Kontakt zur Familie Belogolowski herstellte und die Informationen über die Veteranen recherchierte.
Das "Unternehmen Zitadelle" war der deutsche Deckname für den Angriff auf den sowjetischen Frontbogen um die russische Stadt Kursk während des Zweiten Weltkrieges im Sommer 1943. Die Operation gilt als letzte deutsche Großoffensive im Krieg gegen die Sowjetunion und fand in der Zeit vom 5. bis zum 16. Juli 1943 statt. Sie wird auch als Schlacht bei Kursk, Panzerschlacht um Kursk oder Schlacht im Kursker Bogen bezeichnet. Auf sowjetischer Seite wurden unter dieser Bezeichnung auch die nachfolgenden Operationen zusammengefasst, die langfristiger und in größerem Maßstab angelegt waren als die deutschen Offensivbemühungen (Orjoler und die Belgorod-Charkiwer Operation). Im Rahmen der "Operation Zitadelle" fand ein Kampf bei der Ortschaft Prochorowka statt, der als größte Panzerschlacht der Geschichte gilt.Die personellen Verluste der Roten Armee betrugen nach neuesten Forschungen ca. 320.000 Soldaten, offiziell angegeben wurden ca. 180.000. 1993 erschienen unter der Regie des russischen Verteidigungsministeriums Dokumente, in denen die Zahl der Gefallenen, Verwundeten und Vermissten in der gesamten Operation, die aus sowjetischer Sicht bis zum 23. August 1943 dauerte, auf 866.000 beziffert wird. Unabhängige Historiker nennen noch weitaus höhere Zahlen, wobei auch hier eine exakte zeitliche Abgrenzung zwischen der eigentlichen Verteidigungsoperation und den späteren Gegenoffensiven nicht möglich ist. Lew Belogolowski hat an der Schlacht teilgenommen und wurde bei Prochorowka schwer verletzt.
System Crash - Öffentliche Veranstaltung zur Wirtschaftskrise
Wann: Freitag, 15.05.2009, 19:30 Uhr
Wo: Wiener Cafe, Schalker Straße 157, Gelsenkirchen
ZITAT: Ein Gespenst geht um in der Welt – das Gespenst der Rezession! Alle Mächte des alten Kapitalismus haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet; Merkel und Steinbrück, Obama und Sarkozy, amerikanische Spekulanten und deutsche Bankiers.
Wir wollen uns im Rahmen einer Veranstaltung mit wissenschaftlicher Analyse des Kapitalismus und Strategien zu seiner Überwindung auseinandersetzen. Wir werden zeigen, dass die Krise keineswegs ursächlich eine reine Finanzkrise ist, die nun die Realwirtschaft negativ beeinflusst, sondern umgekehrt durch industrielle Überproduktion und chaotischen Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt langfristig vorbereitet wurde; und schließlich werden wir uns den aus dieser Krise entstehenden Perspektiven widmen – Perspektiven zur Überwindung dieses krankenden Systems!
Eine Veranstaltung von: VVN/BdA Gelsenkirchen und www.secarts.org
VVN/BdA unterstützt die Initiative Stolpersteine in Gelsenkirchen
Bild: Stolperstein für Franz Zielasko in Gladbeck
Die Gelsenkirchener Gruppe der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistenInnen) hat auf ihrer Sitzung im April 2009 die Unterstützung der Initiative "Stolpersteine in Gelsenkirchen" beschlossen.
Die "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig sollen nun auch in Gelsenkirchen verlegt werden. Mit diesen bündig ins Pflaster der Gehwege eingelassenen Mahnmalen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Und zwar dort, wo diese Menschen gelebt haben, vor den Türen ihrer Häuser. Die Verlegung von Stolpersteinen ist auch eine Geste an die Überlebenden des Holocaust, denn sie geben den ermordeten Menschen ihre Namen, die Würde und den Respekt zurück. Stolpersteine verursachen kein tatsächliches stolpern, sondern es soll ein "darauf stoßen" im übertragenen Sinne sein.
Die VVN/BdA Gelsenkirchen übernimmt die Patenschaft für den Stolperstein, der Erich Lange gewidmet wird.
"Seid laut" Festival in Gelsenkirchen - Ostern 2009
Samstag, 11. April 2009 Gelsenkirchen: Rock-Festival "Seid laut gegen Krieg" für junge Antimilitaristen–mit fatflanders (Blasepunk), UTurn (Reggae), Rondoprinz (Rock/Alternativ), 16 Uhr, Musikpavillon im Stadtgarten.
Das Miteinander, dass diese Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der "Reichsprogromnacht" prägte, ist ein starker Impuls für den interreligiösen, ja auch interkulturellen Dialog - besteht die jüdische Gemeinde Gelsenkirchens doch zu mehr als drei Vierteln aus Menschen, die aus Osteuropa zu uns gekommen sind.
Videodokumentation von der Gedenkveranstaltung
70 Jahre danach - 9. November 2008 in Gelsenkirchen
Er versteht es meisterhaft, Stimmungen in Bilder und Töne zu verwandeln - Jesse Krauß von den Gelsenkirchener Geschichten. Krauß und sein Team begleiteten die Gedenkveranstaltung anläßlich des 9. November 1938 in Gelsenkirchen mit der Kamera. So entstand ein ganz besonderer Film zu einem ganz sensiblen Thema.
Bildstrecke Gelsenkirchen
Sehen Sie Fotos vom Schweigezug, von der Verteilung der "Kristallsplitter, aus der Pauluskirche Bulmke und Momentaufnahmen vom 9. November 2008 in Gelsenkirchen.
Der Weltkongress russischsprachiger Juden (World Congress of Russian Jewry – WCRJ) startet ein Projekt, das dem 70. Jahrestag der "Reichspogromnacht" gewidmet ist. Es wurden mehrere Tausenden Abzeichen vorbereitet, sog. "Kristallsplitter" in Form eines Davidsterns mit der Aufschrift "Nie wieder!" in verschiedenen Sprachen. Diese Abzeichen werden dann von den Aktivisten in verschiedenen Ländern verteilt und Menschen, die an dieser Aktion teilnehmen, werden sie am 9. November 2008 als Erinnerung und Mahnung tragen.
Erklärung der VVN-BdA zum 70. Jahrestag der Pogromnacht
Der Novemberpogrome zu gedenken verpflichtet, den Kampf gegen die extreme Rechte in diesem Land zu verstärken, erklärte die VVN-BdA zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht. Hier der Wortlaut:
Vor siebzig Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland und Österreich Synagogen und jüdische Bethäuser. Friedhöfe wurden geschändet und noch vorhandene jüdische Einrichtungen zerstört. 7500 jüdische Geschäfte wurden überfallen, geplündert und demoliert, annähernd einhundert jüdische Menschen wurden in dieser Nacht ermordet. Anschließend wurden über 20 000 Männer in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt.
In alljährlichen Gedenkveranstaltungen, in Schulen und Gottesdiensten wird in Deutschland an diese Pogromnacht erinnert. Dabei geht es auch um politische Zeichen: Antisemitismus, Rassismus und Neofaschismus dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Der Jahrestag der Pogrome mahnt uns, weiter unbeirrt für die historische Losung "Nie wieder« einzutreten. Noch gibt es in unserer Organisation Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen und Erfahrungen an die systematische Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen an Jüngere weitergeben können. Doch ihre Zahl sinkt mit jedem Jahr. Inzwischen legenauch nachgeborene Antifaschistinnen und Antifaschisten Zeugnis ab von den Verbrechen, die der deutsche Faschismus verübte.
Die durch den Mauerfall am 9. November 1989 eingeleitete Vereinigung Deutschlands hat nicht dazu geführt, dass Menschen anderer Rasse, anderer Religion und Kultur heute gleichberechtigt und unbehelligt in Deutschland leben können. Im Gegenteil: Neofaschistische, rassistische und antisemitische Auffassungen haben Konjunktur, NPD- Kader verbreiten ihre menschenverachtenden Parolen von den Tribünen zweier Landtage, und das von vielen Bürgern angemahnte Verbot der NPD wird von der Politik weiter auf die lange Bank geschoben.
Statt jedoch gemeinsam gegen Neofaschismus und Antisemitismus zu handeln, versuchen rechte Politiker wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl eine fraktionsübergreifende Erklärung zu diesem Datum zu torpedieren und gegen die Bundestagsfraktion der LINKEN zu instrumentalisieren. Im Sinne des stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dr. Graumann, verurteilen auch wir dieses unwürdige politische Manöver. Wir rufen stattdessen alle Demokraten zum gemeinsamen Handeln auf:
Der Novemberpogrome zu gedenken verpflichtet, den Kampf gegen die extreme Rechte in diesem Land zu verstärken. Kein Grund zum Feiern, sondern Anlass zu noch größerem antifaschistischen Engagement!
Solidarität mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und ihrem Bundessprecher Ulrich Sander!
Aktualisiert: 9. Januar 2012 | Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Andreas Jordan - 45852 Gelsenkirchen - Postfach 300125. E-Mail: info@vvnbda-gelsenkirchen.de
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